BMW I3 in London

Kein Nachfolger geplant BMW beerdigt bald den i3

Stand: 18.09.2019, 11:44 Uhr

Vor sechs Jahren sorgte BMW mit dem i3 für Aufsehen. Es war das erste serienreife Elektroauto eines deutschen Herstellers. Nun droht der i3 eingestellt zu werden - trotz zuletzt guter Absatzzahlen.

Der kleine Stromer wird offenbar nicht in einer zweiten Generation neu aufgelegt werden. "Es gibt keinen konkreten Plan für einen i3-Nachfolger", sagte BMW-Marketingchef Pieter Nota der "Financial Times".

Normalerweise gibt es alle sieben Jahre einen Modellwechsel. Demzufolge müsste ein neuer i3 2020 eingeführt werden. Dies ist jedoch nicht vorgesehen.

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Wann genau der i3 eingestellt wird, ließ der Marketing-Chef offen. BMW will den Stromer noch einige Jahre weiter produzieren und verkaufen. Auch nach dem Ende des i3 werden die Münchner ein Elektroauto im Kompaktsegment anbieten, betonte ein Unternehmenssprecher gegenüber dem "Spiegel".

Viertmeistverkaufter Stromer in Europa

Seit seiner Einführung 2013 wurde der i3 rund 150.000 Mal verkauft. Im ersten Halbjahr 2019 stieg der Absatz des Kompakt-Stromers um 21 Prozent in Europa. Damit rangiert der i3 auf dem vierten Platz der meistverkauften Elektroautos europaweit - hinter dem Tesla Model 3, dem Renault Zoé und dem Kia Soul.

Für den i3 hat BMW eine eigene Elektroarchitektur entwickelt, die von keinem anderen Modell mit genutzt wird. Das könnte den Münchnern inzwischen zu teuer geworden zu sein. Zumal die Herstellung der Karosserie aus kohlefaserverstärktem Kunststoff auch nicht gerade billig sein soll.

Kommt 2021 der i4?

BMW setzt sich in den nächsten Jahren voll unter Strom. Bis 2023 sollen 25 Elektro-Modelle angeboten werden. Wie die künftigen Stromer aussehen könnten, zeigten die Münchner auf der IAA mit der Studie Concept 4. Das Elektro-Coupé könnte 2021 als i4 auf den Markt kommen.

"BMW hat aus den Fehlern des i3 gelernt, wenn auch etwas spät", meint Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Car Center Automotive Research in Duisburg. "Der i3 war ein Test, den man heute so nicht mehr wiederholen würde." Beim City-Stromer sei die Batterie und folglich auch die Reichweite zu klein. Ebenso biete die teure Karbontechnik kaum Vorteile.

nb

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