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Gesunkene Rendite BMW ausgebremst

Stand: 02.08.2018, 08:35 Uhr

BMW ist im zweiten Quartal von höheren Kosten für neue Technik und Rohstoffe belastet worden. Auch Wechselkurse dämpften. Doch das soll nicht so bleiben.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank um 6,3 Prozent auf 2,75 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Morgen mitteilte. In der zentralen Sparte Automobile schrumpfte das Ebit sogar um 14,5 Prozent ein auf gut 1,9 Milliarden Euro.

BMW verweist auf höhere Vorleistungen für Forschung und Entwicklung als im Vorjahr, aber auch auf höhere Rohstoffpreise und den gestiegenen Euro. Auch das Vorsteuerergebnis, in das die Geschäfte der chinesischen Produktions-Joint-Ventures einfließen, ging in etwa gleichem Maße zurück.

Umsatz und Marge gesunken

Der Umsatz sank wegen der Umrechnung des starken Euro um 2,9 Prozent auf 25 Milliarden Euro. Unter dem Strich fiel der Gewinn um 6,1 Prozent schwächer aus mit 2,08 Milliarden Euro. Damit sank die Marge auf 8,6 Prozent, nach 10,1 Prozent im gleichen Zeitraum des Vorjahres und weniger als von Analysten erwartet.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Doch BMW-Chef Harald Krüger will in der zweiten Jahreshälfte den Absatz in Schwung bekommen - neue SUV-Modelle sollen Schub geben, zudem produzieren die Münchener bestimmte Modelle in mehr Werken rund um den Erdball. Das soll Produktionsengpässe vermeiden helfen - und die Marke BMW dem Rivalen Mercedes-Benz wieder etwas näher auf die Pelle rücken lassen.

Rückstand zu Daimler

Hörfunk-Moderatorin Ulla Herrmann
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Börse 16.00 Uhr: BMW: Entwarnung im Dieselskandal

Allerdings hat sich der Rückstand zum Stuttgarter Konkurrenten im ersten Halbjahr auf fast 130.000 Autos der Marke BMW vergrößert. Zu allem Ärger kommt BMW jetzt der Zollstreit zwischen den USA und China in die Quere. Deshalb wird der etwas kleinere SUV X3 mittlerweile auch in China und Südafrika statt nur in den USA gebaut.

Höhere China-Einfuhrzölle auf US-Autos fallen auf dieses Fahrzeug dann nicht mehr an. Doch bei größeren Typen muss BMW die Preise in China anheben, weil die höheren Zölle nicht eins zu eins an die Kunden weitergegeben werden können.

Neue Technik kostet viel Geld

Dies dürfte Absatz und Gewinn belasten. Beim Rivalen von Daimler zeigte sich im zweiten Quartal zudem, dass chinesische Autokäufer wegen gesunkener Zölle für Importe aus der EU schon vor dem 1. Juli höhere Rabatte einforderten - und auch bekamen.

BMW iX3

BMW iX3. | Bildquelle: Unternehmen

Für neue Modelle sowie für die Technik rund ums Elektroauto und das autonome Fahren nimmt BMW aber auch viel Geld in die Hand: In diesem Jahr sollen die Kosten für Forschung und Entwicklung an der Marke von 7 Milliarden Euro kratzen - 2017 waren es 6,1 Milliarden. Umso mehr gilt es, die Umsatzrendite im Kerngeschäft Autobau im Griff zu behalten, um die sich die Anleger an der Börse so sorgen.

Im vorbörslichen Handel auf Tradegate verliert die BMW-Aktie am Morgen 0,7 Prozent. Damit notiert das Papier 15 Prozent schwächer als im Januar.

lg/rtr/dpa