Blackberry Campus in Ottawa

Klage gegen Facebook Blackberry hält die Hand auf

Stand: 07.03.2018, 13:20 Uhr

Um Patente und viel Geld geht es in der Auseinandersetzung zwischen dem Smartphone-Urgestein und dem Internet-Konzern Facebook. Blackberry sieht Mobilfunk-Patente durch Facebook verletzt - und beschreitet nun den Klageweg.

Der einstige Pionier in Sachen Smartphones hat sein Geschäft längst umgekrempelt und versucht sind nun als Software-Spezialist. Doch aus der Zeit mit den Mobilfunk-Geräten sind noch viele Patente im Besitz des Konzerns - und die sind durchaus kostbar. Da lohnt es sich, gegebenfalls auch den Klageweg zu beschreiten, wie die jüngste Auseinandersetzung mit dem Internet-Giganten Facebook nun zeigt.

Facebook stellt auf stur

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Laut einer Blackberry-Unternehmenssprecherin sind der nun angekündigten Klage langwierige Verhandlungen mit Facebook vorausgegangen. Offenbar konnten sich die Unternehmen dabei nicht gütlich einigen, sprich Facebook dürfte eine "angemessene" Entschädigung für eine angebliche Patentverletzung abgelehnt haben. Wie verhärtet die Fronten sind, zeigt auch ein Kommentar des stellvertretenden Chefjustiziars von Facebook, Paul Grewal: "Blackberry hat aufgehört, selbst Innovationen herauszubringen und versucht nun, bei den Erfindungen anderer abzukassieren."

Konkret geht es um sieben Patente, dabei sind Technologien, mit denen etwa Personen in Fotos markiert werden können oder um Verschlüsselungstechniken und das Einbinden von Messaging-Diensten in Spiele.

Blackberry, das einst Marktführer in Sachen Smartphones war, dann aber den Anschluss gegenüber Apple, Samsung & Co. verlor, lässt Smartphones der Marke Blackberry längst vom chinesischen Hersteller TCL bauen. Das Unternehmen selbst konzentriert sich seit 2016 auf Software vor allem für Unternehmenskunden und entwickelt unter anderen Anwendungen für das autonome Fahren.

Qualcomm musste zahlen

Dass man auch als Nischenlayer im Smartphone-Markt noch dank vieler Patente hohe Beträge einfahren kann, musste im vergangenen Jahr auch der Chiphersteller Qualcomm schmerzhaft erfahren. Der US-Konzern musste 815 Millionen Dollar an Blackberry zurückzahlen, weil Blackberry nicht so viele Geräte verkaufte, wie eine Patentvereinbarung mit Qualcomm vorsah. Misserfolg kann also auch ein einträgliches Geschäftsmodell sein.

Die Blackberry-Aktie hat sich im vergangenen Jahr aus einem langjährigen Tal gekämpft. Dazu beigetragen haben auch einige Quartale mit schwarzen Zahlen. Im Frankfurter Handel notiert der Titel mit derzeit 9,65 Euro fast 50 Prozent oberhalb der Tiefs aus dem Jahr 2016.

AB