Biotest-Logo auf dem Dach der Unternehmenszentrale Dreieich
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Vorbehalte gegen chinesischen Investor Biotest: Veto der Amerikaner?

Stand: 01.11.2017, 11:07 Uhr

Die chinesische Investmentgesellschaft Creat will den hessischen Arzneimittelhersteller Biotest für eine knappe Milliarde Euro kaufen. Doch die Transaktion könnte am Veto der Amerikaner scheitern. Die Anleger sind entsetzt.

Die im SDax notierte Aktie des Unternehmens aus Dreieich bei Frankfurt bricht am Vormittag um bis zu elf Prozent ein - und fällt damit auf den Stand von Anfang Mai zurück. Grund ist eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Danach steht die Transaktion vor einer tiefergehenden Prüfung durch das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS), einem ressortübergreifenden Ausschuss der amerikanischen Regierung zur Kontrolle von Auslandsinvestitionen in den USA.

Berüchtigte Behörde

Die Behörde ist berüchtigt, hat sie doch im vergangenen Jahr schon einmal einem deutsch-chinesischen Deal einen Riegel vorgeschoben: Damals untersagte die CFIUS eine Übernahme des LED-Industrieausrüsters Aixtron durch die chinesische Fujian Grand Chip Investment (FGC), wegen angeblicher Sicherheitsbedenken.

Sollten die Amerikaner auch diese Transaktion untersagen, wäre das ein schwerer Rückschlag für Biotest. Denn die Eigner der Firma haben sich längst mit den Chinesen geeinigt. Die Eigentümerfamilie Schleussner will ihren in der OGEL GmbH gebündelten Anteil von knapp 51 Prozent den Asiaten übertragen, teilte Biotest bereits Anfang April mit.

Wichtiger Partner

Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen ohnehin die Transaktion. Die Mindestannahmeschwelle legte Creat mit 75 Prozent fest. Mit Schulden, Rückstellungen und Kassenbestand lassen sich die Chinesen Biotest knapp 1,3 Milliarden Euro kosten.

Die Stammaktionäre sollen wie angekündigt 28,50 Euro je Anteilsschein erhalten, die Vorzugsaktionäre 19 Euro. Neben der Familie Schleussner sind die Kreissparkasse Biberach mit gut 15 Prozent sowie die BW Invest Baden-Württembergische Investmentgesellschaft mit mehr als als sieben Prozent weitere Großaktionäre. Die Vorzugsaktien sind komplett im Streubesitz.

Biotest erhofft sich von den Chinesen vor allem finanzielle Unterstützung bei seiner Expansion. Der Vorstand setzt darauf, dass die Chinesen Biotest bei den bis 2022 geplanten Investitionen von 270 Millionen Euro kräftig unterstützen.

lg