Zapfsäule für den Bioethanol-Treibstoff

Nur noch fast halb so viel Gewinn Biosprit-Boom bei Cropenergies flaut ab

Stand: 10.01.2018, 09:22 Uhr

Die wieder gesunkenen Ethanol-Preise machen dem Biokraftstoff-Produzenten Cropenergies schwer zu schaffen. Im abgelaufenen Quartal sackte der Gewinn ab. Immerhin: Die Jahresprognose wurde bekräftigt.

Die Südzucker-Tochter steht und fällt mit den Bioethanol-Preisen. Steigen sie, geht es Cropenergies gut. Fallen sie, leidet Cropenergies. Letzteres ist derzeit der Fall. In Europa, den USA und dem wichtigen Absatzmarkt Brasilien bewegen sich die Ethanolpreise Ende 2017 deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Wachstumsdynamik verliert an Schwung

Prompt verlangsamte sich das Wachstum beim Biokraftstoff-Produzenten aus Mannheim. Der Umsatz stieg im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (bis Ende Februar) nur noch um zwei Prozent. Das operative Ergebnis reduzierte sich um gut 30 Prozent auf 12 Millionen Euro. Unterm Strich halbierte sich der Gewinn nahezu und betrug nur noch sieben Millionen Euro.

Ein Ende des Preisverfalls ist kurzfristig nicht in Sicht. Das Cropenergies-Management geht für das vierte Quartal von Preisen deutlich unter Vorjahresniveau aus. Negativ hinzu kommen gestiegene Rohstoffkosten. Insbesondere Getreide, das zur Herstellung von Biokraftstoffen benötigt wird, ist teurer geworden.

Ergebnisrückgang im Geschäftsjahr

Für 2017/18 peilt Cropenergies ein geringeres operatives Ergebnis von 65 bis 85 Millionen Euro an - nach 98 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz wird unverändert in einer Bandbreite von 880 bis 920 Millionen Euro gesehen. 2016/17 hatten die Erlöse bei 802 Millionen Euro gelegen. Bereits bei der Vorlage der vorläufigen Ergebnisse Mitte Dezember hatte Cropenergies seine Ergebnisprognose nach unten eingegrenzt. Die Quartale zuvor hatte die Südzucker-Tochter zweimal die Jahresprognose angehoben.

Auf Neun-Monats-Sicht sieht die Bilanz besser aus. Dank einer guten Produktionsauslastung konnte das Unternehmen zwischen März und November seine Erlöse um gut ein Fünftel auf knapp 679 Millionen Euro steigern. Cropenergies stellt in seinen Bioraffinerien neben Ethanol auch Lebens- und Futtermittel her.

Aktie verliert Energie

Der Aktienkurs von Cropenergies spiegelt die Ethanolpreis-Schwankungen wider. Nachdem die Titel noch bis Mitte September auf ein Rekordhoch von 11,76 Euro gestiegen waren, sind sie inzwischen wieder auf 7,35 Euro zurückgekommen. Am Mittwoch legen sie leicht um ein Prozent zu. Auf Ein-Jahres-Sicht notieren die Aktien noch gut 37 Prozent im Plus. Am Donnerstag veröffentlicht der Mutterkonzern Südzucker seine Quartalszahlen.

nb