BioNTech

Milliarden-Bewertung Biontech: Deutsches IPO an der Nasdaq

Stand: 11.10.2019, 10:26 Uhr

Das deutsche Biotech-Unternehmen Biontech hat ein erfolgreiches Debut an der Technologiebörse Nasdaq gefeiert. Die Mainzer hatten erst vor kurzem äußerst prominente Investoren gefunden.

Der erste Kurs der unter dem Kürzel "BNTX" an der Technologiebörse Nasdaq gehandelten Aktie lag bei 16,50 Dollar und damit zehn Prozent über dem Ausgabepreis von 15 Dollar. Bis Handelsschluss entwickelte sich der Kurs nach unten. Am Abend lag er bei 14,24 Dollar. Damit ist das im Jahr 2008 gegründete Unternehmen mit 3,4 Milliarden Dollar bewertet.

Gründer und Chef des im Jahr 2008 gegründeten Unternehmens ist Ugur Sahin, der quasi als Zweitjob experimentelle Onkologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz lehrt.

Biontech entwickelt personalisierte Immuntherapien zur Behandlung von Krebs und Infektionskrankheiten. Dabei verfolgt das Unternehmen einen innovativen Ansatz. Laut der Einschätzung von Biontech ist der Tumor jedes Krebspatienten einzigartig und daher sollte auch jeder Tumor-Patient individuell behandelt werden.

Sahin, der das Unternehmen zusammen mit seiner Ehefrau Özlem Türeci gründete, will Krebspatienten eben nicht mehr den klassischen Methoden wie Bestrahlungen, Chemotherapie und Operationen behandeln. Vielmehr mehr will er das körpereigene Immunsystem dazu bringen, die Krebszellen zu bekämpfen.

Who ist Who der Pharmabranche

Dieser Ansatz hat auch viele Investoren und Kooperationspartner überzeugt. So arbeitet Biontech bei der Erforschung von Behandlungsmethoden von Krebs mit Unternehmen wie Eli Lilly, der Roche-Tochter Genentech, Genmab, Pfizer und Sanofi zusammen. In darüber hinausgehenden Bereichen gehören unter anderem Bayer und Siemens zu den Partnern.

Insgesamt hat Biontech 25 Wirkstoffe in der Entwicklung, neun davon in der ersten Phase der klinischen Entwicklung und einer in der zweiten Phase.

Bill Gates ist mit im Boot

Bei der letzten Finanzierungsrunde Anfang September hat sich auch die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates mit 55 Millionen Dollar an dem Mainzer Unternehmen beteiligt. Das Investitionsvolumen könnte in Zukunft sogar noch auf 100 Millionen Dollar steigen. Mit über 50 Prozent sind die ehemaligen Eigentümer des Generika-Unternehmens Hexal Andreas und Thomas Strüngmann die Hauptaktionäre.

ME