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Biofrontera auf dem Eigenkapitalform Bio was?

Stand: 26.11.2018, 16:08 Uhr

Welches gründergeführte deutsche Pharmaunternehmen verdoppelt seinen Umsatz jedes Jahr? Keine Ahnung? Dann werfen Sie mal einen Blick auf Biofrontera. Ist sogar börsennotiert. Fragt sich nur wie lange noch.

Zwischen 19 und 22 Millionen Euro Umsatz wird Biofrontera in diesem Jahr wohl machen, nach 12 Millionen Euro im Vorjahr und 6,1 Millionen im Jahr 2016. Nach den Verlusten des Vorjahres scheint sogar ein ausgeglichenes Ergebnis in Sichtweite.

Biofrontera ist eine Erfolgsgeschichte aus Leverkusen. Dort wurde die Firma 1997 vom heutigen Vorstandsvorsitzenden Hermann Lübbert gegründet - angeblich in dessen Garage wie er selbst sagt. Nach einer jahrelangen Achterbahnfahrt geht das Unternehmen schließlich im Oktober 2006 an die Börse, zunächst in Düsseldorf, seit 2013 sind die Biofrontera Aktien auch im Regulierten Markt der Deutschen Börse in Frankfurt zugelassen.

Auch an der Nasdaq notiert

Seit Februar ist Biofrontera auch an der Technologiebörse Nasdaq in New York notiert. Im Zuge einer Kapitalerhöhung wurden 1,215 Millionen American Depositary Shares (ADS) platziert. Jeweils ein ADS verbrieft zwei Stammaktien. Der Schritt erwies sich als Erfolg. Maßgeblich involviert in die US-Transaktion war dabei der japanische Pharmakonzern Maruho, mit einem Anteil von 23,59 Prozent der größte Einzelaktionär von Biofrontera.

Grundpfeiler des Erfolgs von Biofrontera ist ein Medikament namens Ameluz. Es dient der Behandlung von hellem Hautkrebs und dessen Vorstufen (aktinische Keratosen). Ameluz ist seit Februar 2012 in Deutschland und aktuell in elf weiteren Ländern der EU, in der Schweiz, in Israel erhältlich. In den USA ist Ameluz dabei, zum Renner bei der Behandlung verschiedenen Krebsvorstufen zu werden, nachdem es dort bisher alle regulatorischen Hürden genommen hat.

Mit Hilfe einer Rotlichtlampe

Seit September 2016 ist Ameluz in der EU zudem zur Behandlung größerer von Krebsvorstufen durchsetzter Hautflächen zugelassen. Weitere Anwendungen, etwa bei schwerer Akne, werden derzeit getestet. Das Unternehmen erhofft sich daraus eine weitere Steigerung des Marktpotenzials. Ergebnisse werden im ersten Quartal 2019 erwartet.

Biofrontera-Medikament Ameluz

Biofrontera. | Bildquelle: Biofrontera

Bei der Behandlung wird das in Gelform vorhandene Ameluz auf die Haut aufgetragen. Durch 10- bis 15-minütige Beleuchtung mit einer starken Rotlichtlampe wird drei Stunden nach Auftragung auf die Haut eine chemische Reaktion ausgelöst, die die betroffenen Hautzellen ohne Narbenbildung abtötet.

Wann kommt der Großinvestor?

"Durch die erfolgreiche Umsetzung unserer Konzernstrategie haben wir die Positionierung und das Potential unseres Produktes immer weiter verbessert," sagt Hermann Lübbert auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt. Vor allem in den USA ist der Bekanntheitsgrad von Ameluz weiter angestiegen - auch dank der deutlichen Verbesserung der Kostenerstattung für die Ärzte. Dies werde die Ärzte zum verstärkten Einsatz von Ameluz motivieren, erklärt Hermann Lübbert.

An der Börse sind die verbesserten Aussichten für Ameluz in den USA noch nicht angekommen. Seit dem Hoch zu Jahresbeginn pendelt die Biofrontera-Aktie zwischen fünf und sechs Euro hin und her. Damit wird das Unternehmen mit knapp 250 Millionen Euro bewertet. Die Hoffnung von Gründer Lübbert ist es, dass eines nicht all zu fernen Tages die Firma von einem großen Pharmaunternehmen geschluckt wird - zu einem möglichen hohen Preis.

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lg