Leuchtendes Bilfinger-Logo bei Nacht auf der Unternehmenszentrale

34.000 Beschäftigte Bilfinger von Spekulation um Übernahme beflügelt

Stand: 21.10.2020, 09:20 Uhr

Der Industriedienstleister Bilfinger ist offenbar ins Visier von Private-Equity-Firmen geraten. Die im SDax notierte Aktie macht einen Freudensprung.

Es gebe erste vorläufige Übernahme-Interessenten, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Zu den Interessenten gehöre auch die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Clayton Dubilier & Rice (CD & R), hieß es weiter.

Allerdings seien die Gespräche noch in einem sehr frühen Stadium und es sei nicht sicher, ob überhaupt eine Transaktion zustande kommen kann. Bilfinger SE und CD&R lehnten auf Anfrage von Bloomberg eine Stellungnahme ab. Knackpunkte sind laut Bloomberg das Thema Finanzierung sowie die Corona-Risiken bei Bilfinger. Hier stünden vor allem Bilfingers Geschäfte im Öl- und Gasbereich im Fokus.

Bilfinger weckt immer wieder Begehrlichkeiten

Angesichts der seit längerem vorherrschenden eher niedrigen Bewertung von Bilfinger haben sich laut Bloomberg in der Vergangenheit immer wieder Private-Equity-Firmen für das Unternehmen interessiert. Im zweiten Quartal haben die Corona-Pandemie und der Ölpreisverfall Bilfinger tiefer in die roten Zahlen rutschen lassen. Seit Jahresbeginn hat die im SDax notierte Aktie gut 45 Prozent eingebüßt. Im morgendlichen Handel legt das Papier um über neun Prozent zu.

Der seit Mitte 2016 an der Bilfinger-Spitze stehende Brite Tom Blades hatte nach dem Verkauf des Tafelsilbers, den Immobiliendienstleistungen, einen tiefgreifenden Umbau eingeläutet. Seitdem konzentriert sich der Konzern auf die zwei Geschäftsbereiche Petrochemie, Chemie, Pharma einerseits sowie Öl und Gas andererseits.

Mit Hilfe geringerer Kosten bei Vertrieb und Verwaltung will Bilfinger wieder profitabler werden. Dazu gehört auch ein Stellenabbau. Bilfinger hat derzeit noch 34.000 Beschäftigte. Die Umsatzerlöse lagen 2019 bei 4,3 Milliarden Euro.

Weniger Altlasten

In diesem Jahr konnte Bilfinger zudem zwei Altlasten zu den Akten legen. So einigte sich das Unternehmen im Streit um Schadenersatz mit früheren Vorständen. Zudem schloss Bilfinger mit der Stadt Köln einen Vergleich im Zusammenhang mit dem Einsturz des Stadtarchivs während des Baus einer U-Bahn, an dem die Mannheimer beteiligt waren.

lg/dpa-afx