Entladen von Eisenerz auf einem Kai im Hafen von Rizhao City, ostchinesische Provinz Shandong

Erwartungen im Geschäftsjahr verpasst BHP: Milliarden sprudeln nicht genug

Stand: 20.08.2019, 08:57 Uhr

Der britisch-australische Bergbaukonzern hat ein gewinnträchtiges Geschäftsjahr abgeschlossen. Vor allem steigende Rohstoffpreise haben dem Unternehmen einen Milliardengewinn und den Anlegern eine Rekorddividende beschert. Aber gut ist manchmal nicht gut genug.

Das Bruttoergebnis konnte BHP Billiton im abgelaufenen Geschäftsjahr annähernd auf dem Niveau des Vorjahres halten: 9,5 Milliarden Dollar bleiben 2018/19 in der Kasse. Analysten war das allerdings nicht genug - die durchschnittliche Schätzung für die Ergebnisgröße hatte bei 9,9 Milliarden Dollar gelegen, wie Bloomberg ermittelt hatte.

Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hatte der Bergbau-Spezialist mit 23,2 Milliarden Dollar annähernd die Schätzungen erreicht.

Rekorddividende fürs Schlussquartal

Die Schlussdividende für das letzte Quartal des Geschäftsjahres liegt bei 78 Cent je Aktie und damit auf einem Rekordniveau. Für das gesamte Jahr erhalten Anleger damit zusammen mit einer Sonderausschüttung 2,35 Dollar je Anteilsschein. Damit werden 74 Prozent der Gewinne an die Aktionäre ausgeschüttet, wie das Unternehmen mitteilte. BHP hat sich selbst eine Mindestquote von 50 Prozent an Dividende zum Ziel gesetzt. Die aktuelle Ausschüttung liegt über den Markterwartungen.

Die guten Erträge hat BHP im Geschäftsjahr vor allem steigenden Eisenerzpreisen zu verdanken, der wichtigsten Profitquelle des Unternehmens. Im Berichtszeitraum kletterten diese um rund 60 Prozent. Vor allem ein knappes Angebot aus Brasilien hatte dazu beigetragen, chinesische Stahlhersteller fragen den Grundstoff für die Produktion in rauen Mengen nach. Zwischenzeitlich musste für eine Tonne Erz bis zu 120 Dollar bezahlt werden. Im Zuge des Handelsstreits zwischen den USA und China rutschten die Notierungen aber wieder auf die 100-Dollar-Marke zurück.

Hohe Kosten durch Dammbruch

Ein Dammbruch in einer Förderstätte in Brasilien sorgte im Geschäftsjahr allerdings für hohe Kosten. BHP wies eine Ergebnisbelastung von 263 Millionen Dollar infolge des Vorfalls aus.

Analysten sind sich vor allem wegen der Abhängigkeit des Konzerns von chinesischen Stahlproduzenten nicht sicher, dass der Aktienkurs des von BHP noch viel Luft nach oben hat. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung nach den Zahlen auf "Neutral" belassen. Der Bergbaukonzern habe im Geschäftsjahr 2019 operativ schlechter abgeschnitten als von ihm und vom Markt erwartet, schrieb Analyst Paul Young in einer am Dienstag vorliegenden Ersteinschätzung.

Im Frankfurter Handel war der Titel in den vergangenen Wochen bereits von 26 auf 22 Euro zurückgekommen. Die ohnehin volatile Aktie scheint inzwischen ihren langfristigen Aufwärtstrend zu verlassen, sollte die Reise in den kommenden Wochen weiter nach unten gehen.

AB