NFC - mobiles Bezahlen

Übernahmen und Börsengänge Bezahldienste heiß begehrt

Stand: 04.06.2018, 15:31 Uhr

Im Markt für Zahlungsdienstleistungen ist derzeit viel Bewegung. Während sich große Konzerne wie PayPal, Google, Apple und Amazon in Stellung bringen, können sich spezialisierte Firmen auf weiter steigende Gewinne freuen. Ihre Aktien steigen im Lob der Analysten.

Der Zahlungsdienstleister Wirecard aus dem TecDax ist der Gewinner der vergangenen Monaten im Technologieindex. Und er erfreut sich weiterhin einiger Lobeshymnen aus der Analystengemeinde. Am Montag sorgte eine Kaufempfehlung durch die renommierte US-Investmentbank Goldman Sachs für ein weiteres Rekordhoch bei der Aktie. Die steht derzeit bei 135 Euro, so hoch wie noch nie.

25 jährliches Wachstum

Und Goldman-Analyst Mohammed Moawalla traut dem Titel noch deutlich mehr zu: Bei 168 Euro liegt das Kursziel inzwischen. Moawalla geht davon aus, dass Wirecard sein Gewinnwachstums-Tempo auch in den kommenden Jahren beibehalten kann. Das würde bedeuten, dass das Unternehmen jährlich organisch um rund 25 Prozent wächst. Seine Gewinnprognose hat der Experte bis 2022 angehoben.

Wirecard dürfte bald im hart umkämpften, aber hoch lukrativen Markt für Internet-Bezahldienste Gesellschaft bekommen. Das niederländische Unternehmen Adyen steht in den Börsenstartlöchern. Laut dem Branchendienst TechCrunch steigt die Bewertung der Firma mit nur 500 Mitarbeitern unaufhörlich, auf inzwischen bis zu neun Milliarden Euro.

Adyen wickelt Zahlungen bei Internet-Abos wie etwa für die Streaming-Dienste Netflix oder Spotify ab. Im vergangenen Jahr haben die Niederländer mit einer ständig wachsenden Kundenliste erstmals einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro geschafft.

Finanzinvestoren sind im Markt hyperaktiv

(Noch) nicht börsennotiert ist auch der deutsche Wirecard-Konkurrent Concardis. Das Unternehmen wird vom dänischen Zahlungsverkehrsspezialisten Nets übernommen. Concardis ist auf Kartenzahlungs-Dienste spezialisiert. Dadurch soll ein europäischer Branchenriese mit einem Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro und einem erwarteten operativen Ergebnis von rund 500 Millionen Euro entstehen. Nach der Übernahme soll vor allem das Geschäft in Deutschland vorangetrieben werden, wo noch der Zahlungsverkehr noch nicht überwiegend digital abgewickelt wird. Entsprechend groß soll das Potenzial hierzulande laut Nets sein.

Concardis mit Sitz in Eschborn bei Frankfurt beschäftigt etwa 1.000 Mitarbeiter in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Süd-Ost-Europa. Hinter dem neuen Unternehmen stehen die Finanzinvestoren Hellman & Friedman, Advent und Bain Capital. Hellman & Friedman hatte im Herbst Nets für 4,4 Milliarden Euro gekauft und von der Börse genommen. Mehrere deutsche Banken, darunter DZ Bank, Deutsche Bank und Commerzbank, hatten Concardis Anfang 2017 für rund 700 Millionen Euro die Finanzinvestoren verkauft.

AB