Montage aus einem Bild vom Innenraum der Frankfurter Börsen und Armen die Börsenglocken schwingen

16 Börsengänge mit einem Milliarden-Volumen Bestes IPO-Jahr seit 2000

Stand: 07.12.2018, 16:42 Uhr

Deutschlands Unternehmen haben wieder Lust auf die Börse. 16 Firmen wagten 2018 den Sprung aufs glatte Parkett. Das Emissionsvolumen war so hoch wie zuletzt zur Jahrtausendwende, als der Neue Markt boomte.

Investmentbanker und Beraten hatten in diesem Jahr alle Hände voll zu tun: Sie begleiteten 16 Unternehmen beim Gang an die Börse. Das waren doppelt so viel wie im Vorjahr. Mehr Börsengänge hatte es zuletzt 2007 - vor der Finanzkrise – gegeben.

Emissionsvolumen verdreifacht

Beim Emissionsvolumen wurde sogar das höchste Niveau seit dem Börsenboom um die Jahrtausendwende erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr verdreifachte sich das Volumen auf 11,6 Milliarden Euro. Das geht aus einer Studie der Hamburger Agentur Kirchhoff Consult hervor, die boerse.ARD.de vorliegt.

Drei Schwergewichte trugen maßgeblich zum starken IPO-Jahr bei. Die Börsengänge von Siemens Healthineers, Knorr Bremse und DWS machten mehr 80 Prozent des gesamten Emissionsvolumens aus. Hätte der Wissenschaftsverlag Springer Nature seine Börsenpläne nicht zurückgezogen, wäre das Volumen noch höher ausgefallen.

Nur zwei der 16 Börsen-Neulinge im Plus

Wer in die Aktien der Börsen-Neulinge investierte und sie bis heute hielt, musste Verluste hinnehmen. Durchschnittlich büßten die Titel gut 15 Prozent ein. Nur zwei Neuzugänge konnten sich dem Negativsog entziehen: Siemens Healthineers und Knorr Bremse verbuchten Kursgewinne.

Börsengänge Prime Standard

Börsengänge Prime Standard. | Bildquelle: Kirchhoff Consult AG, Grafik: boerse.ARD.de

Erster Geburtstag von Scale

Erster Geburtstag von Scale. | Bildquelle: colourbox.de, Montage: boerse.ARD.de

Im 2017 geschaffenen weniger stark regulierten Börsensegment Scale gab es in diesem Jahr nur zwei Neuzugänge. Im Vorjahr hatte es noch vier IPOs gegeben. Allerdings lag das Emissionsvolumen mit 133,4 Millionen Euro doppelt so hoch wie im Vorjahr.

2019 könnte ähnlich gut werden

Nach dem starken IPO-Jahr 2018 dürften auch 2019 viele Unternehmen in Deutschland den Gang aufs Parkett wagen. Zwar hätten sich die Voraussetzungen mit den stark schwankenden Aktienmärkten eingetrübt, doch die Zahl potenzieller Kandidaten sei groß, heißt es in der Studie von Kirchhoff Consult. Rund 15 Erstnotierungen seien im Prime Standard zu erwarten.

"Wir erwarten ein gutes Jahr für Börsengänge", sagte Vorstandschef Klaus Rainer Kirchhoff. Mit Kandidaten wie der VW-Trucksparte Traton, dem Modehändler Takko Fashion und der Continental-Antriebssparte Powertrain sei die Pipeline "prall gefüllt". Dazu kämen Firmen wie der Elektroroller-Hersteller Govecs und der Fachverlag Springer Nature, die ihre Börsengänge 2018 zunächst auf Eis gelegt hatten.

nb