Warren Buffett

Gewinnsprung der Buffett-Holding Berkshire Hathaway ist nicht zu bremsen

Stand: 04.11.2018, 10:53 Uhr

Die Investmentholding des kauzigen Starinvestors Warren Buffett hat ein blitzsauberes Quartalsergebnis präsentiert. Wie immer bei Berkshire, geht es dabei nicht um Kleinigkeiten.

Denn im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hat Berkshire Hathaway das operative Quartalsergebnis im Jahresvergleich auf 6,88 Milliarden Dollar verdoppelt. Der Gewinn lag dabei deutlich über den von Analysten erwarteten 6,11 Milliarden Dollar und entsprach fast genau dem Wert für das vorherige Quartal. Die Gesamterlöse stiegen um sieben Prozent auf 63,45 Milliarden Dollar.

Geholfen hat Berkshire dabei ein florierendes Versicherungsgeschäft. Erwirtschaftet wurden 441 Millionen Gewinn nach einem Verlust von 1,4 Milliarden Dollar im Vorjahr. Vor Jahresfrist hatten hohe Schadenzahlungen für drei Hurrikane sowie einem Erdbeben in Mexiko erheblich ins Kontor geschlagen. Wie das Unternehmen am Firmensitz in Omaha (Nebraska) am Samstag weiter bekannt gab, wurden im dritten Quartal zudem eigene Aktien im Wert von 928 Millionen Dollar zurückgekauft.

Was ist der nächst Deal?

Der mittlerweile 88-jährige Warren Buffett, der dem Unternehmen bereits seit über 50 Jahren vorsteht, gilt eigentlich nicht als Freund teurer Aktienrückkäufe. Er steckt das überschüssige Geld lieber in neue Firmen für seine Beteiligungsgesellschaft. Zu dieser gehören aktuell mehr als 90 Unternehmen sowie diverse Aktienpakete.

Warren Buffett

Warren Buffett. | Bildquelle: picture alliance / AP Images

Aktuell sitzt er aber auf einem Berg liquider Mitteln von rund 100 Milliarden Dollar, so dass sich die Investoren fragen, was der auch als "Orakel von Omaha" bekannte Buffett wohl als nächsten Coup im Sinn hat. Buffett hat dabei schon mehrfach seine Philosophie bei Zukäufen erläutert, er kann es sich schließlich leisten.

Überhastete Entscheidungen jedenfalls wird es nicht geben, zudem kauft der Meister meist auch nur in Branchen zu, die er selber versteht. Demzufolge ist Berkhshire unter anderem in Branchen wie Versicherungen, Verkehr, Nahrungsmittel, Bekleidung oder Immobilien tätig. Allerdings hat Buffett zuletzt auch seine Beteiligung beim Kultkonzern Apple ausgebaut.

Über 300.000 Dollar pro Aktie

Mal so eben eine Berkhsire-Aktie zu kaufen, könnte für so manchen Anleger zu einem teuren Vergnügen werden. Zumindest wenn er die (niemals gesplittete) A-Aktie des Konzern kaufen will, die am Freitag an der NYSE bei 308.411 Dollar nahezu unverändert aus dem Handel gegangen war. Im Oktober lag das Rekord- und Jahreshoch bei über 335.000 Dollar. Zumindest optisch deutlich billiger wird es bei der Berkhsire-B-Aktie, die am Freitag für 206,57 Dollar zu haben war (die Euro-Notierung schloss in Frankfurt bei 179,94 Euro).

rm

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Buffetts größte Schätzchen Die zehn größten Positionen

<strong>Apple</strong><br/>Apple macht mit einem Bestand von 252 Millionen Aktien 25,8 Prozent des gesamten Portfolios von Berkshire Hathaway aus. Der Wert betrug zum Stichtag 30. September knapp 57 Milliarden Dollar. Eingestiegen war Berkshire Anfang 2016 zu Preisen von 93 bis 110 Dollar. Im zweiten Quartal 2018 hat Berkshire seinen Anteil um weitere 5,17 Prozent erhöht, zu einem Durchschnittspreis von 181 Dollar. Zuletzt notierten die Papiere bei 207 Dollar. Der eingetrübte Ausblick von Apple auf das laufende vierte Quartal hat Buffett allerdings viel Geld gekostet: insgesamt fast vier Milliarden Dollar haben sich dadurch in Luft aufgelöst.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Apple
Apple macht mit einem Bestand von 252 Millionen Aktien 25,8 Prozent des gesamten Portfolios von Berkshire Hathaway aus. Der Wert betrug zum Stichtag 30. September knapp 57 Milliarden Dollar. Eingestiegen war Berkshire Anfang 2016 zu Preisen von 93 bis 110 Dollar. Im zweiten Quartal 2018 hat Berkshire seinen Anteil um weitere 5,17 Prozent erhöht, zu einem Durchschnittspreis von 181 Dollar. Zuletzt notierten die Papiere bei 207 Dollar. Der eingetrübte Ausblick von Apple auf das laufende vierte Quartal hat Buffett allerdings viel Geld gekostet: insgesamt fast vier Milliarden Dollar haben sich dadurch in Luft aufgelöst.