Nivea-Creme-Produktion bei Beiersdorf in Hamburg

Prognose unter Corona-Vorbehalt Beiersdorf setzt auf Wachstum

Stand: 03.03.2020, 10:40 Uhr

Leicht schwächeres Ergebnis, aber stabile Dividende: Der Nivea-Hersteller hält seine Aktionäre mit einem ordentlichen Geschäftsergebnis bei Laune. Und auch der Ausblick auf das begonnene Geschäftsjahr stützt die Aktie am Dienstag.

Beiersdorf-Papiere gewinnen zur Stunde rund 1,5 Prozent. Das Unternehmen hat vor allem wegen Investitionen in neue Produkte und Zukäufe ein schwächeres Betriebsergebnis im vergangenen Jahr verbucht. Operativ verdiente Beiersdorf im vergangenen Jahr dank stabiler Geschäfte mit Kosmetik-Artikeln 1,1 Milliarden Euro und damit nur leicht weniger als im Vorjahr.

Der Nettogewinn kletterte um gut fünf Prozent auf 795 Millionen Euro. Daraus sollen die Aktionäre eine unveränderte Dividende von 70 Cent je Anteilschein bekommen. Der Umsatz legte bereinigt um Zukäufe und Währungseffekte um 4,1 Prozent auf 7,65 Milliarden Euro zu.

Expansion in neue Produktbereiche

Für das laufende Jahr peilt der Dax-Konzern erneut ein Umsatzplus in einer Spanne zwischen drei und fünf Prozent an. Die operative Umsatzrendite soll auf Vorjahresniveau von 14,5 Prozent liegen. Beim laufenden Investitionsprogramm sieht sich das Unternehmen im Plan. Beiersdorf erschließe neue Wachstumsmärkte und Geschäftsfelder, hieß es dazu. So war der Konzern etwa in die Naturkosmetik eingestiegen oder hatte spezielle Produkte entwickelt, etwa Pflegeprodukten für tätowierte Haut.

Dazu setzt Beiersdorf nach eigenen Angaben verstärkt auf digitale Technologien. Das Management hatte Anfang 2019 hohe Investitionen angekündigt, um das Wachstum in der wettbewerbsintensiven Branche anzukurbeln. In die Erweiterung der Produktpalette sowie in Kapazitäten und technologische Entwicklungen sollen jährlich 250 bis 350 Millionen Euro gesteckt werden. Dafür nimmt der Konzern auch vorübergehend Einbußen bei der Rendite in Kauf.

Gegenwind durch Corona

Die Auswirkungen des ausbreitenden Coronavirus sind in der Prognose nicht berücksichtigt. Konzernchef Stefan De Loecker machte aber klar, dass er mit verstärktem Gegenwind im Geschäft rechne. So erwartet der Manager in einigen Märkten einen verschärften Wettbewerb. Zudem ist noch offen, wie sich die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus auf die Geschäfte niederschlägt.

Die Beiersdorf-Aktie hat den Corona-"Crash" in den vergangenen Wochen besser überstanden als der Dax. Das Papier gilt als defensiver Wert, der weniger stark auf Konjunkturschwankungen reagiert. Auch auf Jahressicht hat er die Nase vorn: Während der Dax auf Sicht von zwölf Monaten nur noch drei Prozent im Plus liegt, notiert Beiersdorf 16 Prozent höher.

AB