Beiersdorfprodukt Nivea-Creme

Kosmetikprodukte in Corona-Zeiten weniger gefragt Nivea-Hersteller Beiersdorf streicht Prognose

Stand: 03.04.2020, 09:14 Uhr

Der Nivea-Hersteller hat wegen der unklaren wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie seine Jahresprognose einkassiert. Vorläufige Quartalszahlen zeigen erste Bremsspuren.

Wer braucht noch Schönheitscrèmes und Lippenstifte, wenn er zuhause bleibt? Diese Frage dürften sich derzeit die Beiersdorf-Manager stellen angesichts geschlossener Kosmetikläden, Kontaktsperre in Deutschland sowie Ausgangssperren in anderen Teilen der Welt.

Umsatz im ersten Quartal gesunken

Tatsächlich waren im Auftaktquartal des Jahres schon erste negative Folgen der Corona-Krise zu spüren. In den ersten drei Monaten schrumpfte der Umsatz um 3,6 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Die Konsumentengeschäfte sanken organisch - sprich bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe - um 3,3 Prozent.

Besonders hart erwischte es die Klebstoffsparte Tesa, deren Umsätze um 5,1 Prozent abnahmen. Der Bereich ist stark von der Industriekonjunktur abhängig. Tesla liefert Spezialkleber etwa für die Akkubefestigung in Smartphones sowie für die Bau- oder Autoindustrie. Bereits im vergangenen litt Tesa unter der schwachen Autokonjunktur.

Keine Prognose mehr für 2020

Wegen der Corona-Krise, deren wirtschaftlichen Folgen sich derzeit nicht abschätzen lassen, strich Beiersdorf die Jahresprognose. Die Ausbreitung des Virus habe deutliche Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr, warnte der Nivea-Hersteller. Eine neue Prognose gab Beiersdorf nicht. Ursprünglich wollte der Konzern aus eigener Kraft um rund drei bis fünf Prozent wachsen. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) wurde wegen des laufenden Investitionsprogramms auf dem Vorjahresniveau von 14,5 Prozent erwartet.

2019 hatte Beiersdorf den Umsatz organisch um 4,8 Prozent auf über 7,6 Milliarden Euro gesteigert. Die viel operative Umsatzrendite sank auf 14,5 Prozent.

Die Aktien von Beiersdorf legen zur Xetra-Eröffnung am Freitag um knapp ein Prozent zu. Vorbörslich waren sie noch unter Druck geraten. Auf Ein-Jahres-Sicht haben die Konsumtitel nur leicht nachgegeben.

nb