Arbeiter beim Abstich am Hochofen Schwelgern 1 der ThyssenKrupp AG Audio

Beim Umbau voll im Plan Bei Thyssen glänzt der Stahl

Stand: 14.02.2018, 09:05 Uhr

Beim Industriekonzern ThyssenKrupp aus dem Dax hat ausgerechnet ein ungeliebtes Kind maßgeblich für einen deutlichen Gewinnanstieg im Quartal gesorgt. Davon lässt sich Konzernchef Hiesinger aber nicht beeindrucken.

Denn der nächste Abschwung beim Stahl komme bestimmt, hatte der Konzernchef bereits klargemacht. Trotzdem dürfte er das von 28 auf 160 Millionen Euro gestiegene operative Ergebnis der ungeliebten Sparte gerne mitnehmen. Das Geschäft profitierte von Preiserhöhungen sowie der laufenden Restrukturierung.

Die vor der Fusion mit der indischen Tata Steel stehende Stahlsparte hat damit neben der Aufzugssparte ihren gewichtigen Anteil am deutlich gestiegenen Ergebnis des ersten Geschäftsquartals. Ausgewiesen wurde auf Konzernebene ein Ebit von 444 Millionen Euro, ein Zuwachs im Jahresvergleich von 52 Prozent. Mit dem Ergebnis wurden die Analystenerwartungen leicht übertroffen.

ThyssenKrupp-CEO Dr. Heinrich Hiesinger

ThyssenKrupp-CEO Dr. Heinrich Hiesinger. | Bildquelle: Imago

Der Umsatz lag mit 9,8 Milliarden Euro hingegen leicht unter den Schätzungen. Negativ bemerkbar machte sich die US-Steuerreform, die auf der Nettoebene mit 87 Millionen Euro zu Buche schlug. Trotzdem blieben unter dem Strich mit 78 Millionen Euro deutlich mehr als die acht Millionen Euro aus dem Vorjahr in der Kasse.

Umbau auf gutem Weg

Zurück zu Heinrich Hiesinger und seinen Plänen, ThyssenKrupp neu auszurichten. "Mit dem Umbau zu einem starken Industriekonzern kommen wir gut voran", sagte der Firmenchef. Er will weg vom zyklischen Stahlgeschäft hin zu einem weniger volatilen Industriekonzern. Dabei spielt ihm das glänzende Ergebnis der Aufzugssparte in die Hände, das den Löwenanteil des Quartalsergebnisses beisteuerte.

Das Spartenergebnis stieg um drei Prozent auf 220 Millionen Euro. Der schwedische Finanzinvestor Cevian, der mit 18 Prozent nach der Krupp-Stiftung zweitgrößte Einzelaktionär, hat bereits ein Auge auf diese Perle geworfen, stößt beim Management damit aber bisher auf wenig Gegenliebe. Der Anlagenbau musste im Quartal einen Rückgang von 42 auf zwölf Millionen Euro hinnehmen. Wegen des laufenden Sparprogramms rechnet das Unternehmen hier aber mit "spürbaren" Verbesserungen.

Ausblick bestätigt

Den Ausblick lässt ThyssenKrupp unverändert. Der Umsatz soll im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich steigen und das bereinigte operative Ergebnis von 1,7 Milliarden auf 1,8 bis 2,0 Milliarden Euro zulegen. Der Jahresüberschuss wird deutlich positiv erwartet.

Volatile Aktie

Die ThyssenKrupp-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten keinen klaren Trend ausgebildet, sondern zeigt sich von ihrer volatilen Seite. Das Papier pendelt vom Sommerhoch bei 26,85 Euro bis zu den beiden Tiefpunkten im April und November bei unter 22 Euro. Am Dienstag lag der Schlusskurs bei 23,10 Euro. An der Börse kommen die Zahlen zur Eröffnung nicht gut an, das ThyssenKrupp-Papier notiert gegen den Trend über ein Prozent im Minus.

rm

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