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Unter Erwartungen Bei Starbucks zieht der Alltag ein

Stand: 03.11.2017, 09:20 Uhr

Nicht schlecht, aber auch nicht gut genug. Die Zeit, in der die amerikanische Kaffeekette Starbucks eines der vielen scheinbar unendlichen Wachstumswunder auf dem US-Kurszettel war, scheint vorbei. An der Börse kehrt Ernüchterung ein.

Denn an der Technologiebörse Nasdaq reagierten die Anleger enttäuscht auf die jüngsten Geschäftsergebnisse des Unternehmens aus dem Bundesstaat Washington. Vor allem die Umsatzzahlen enttäuschten. Nachbörslich gab das Papier am Donnerstag über drei Prozent auf 53,15 Dollar nach, während des regulären Handels lag der Kurs knapp ein halbes Prozent im Minus bei 54,87 Dollar.

Auch der Chart spiegelt derzeit die mangelnde Wachstumsfantasie wieder, spätestens seit Juni hat sich der Wind markant gedreht. Seit dem Jahreshoch bei 64,57 Dollar ist es in mehreren Schüben deutlich bergab gegangen. Aktuell steht die Aktie sogar unter dem Kurs vom Jahresbegin (55,52 Dollar) und nur noch knapp über dem Stand von vor einem Jahr (51,77 Dollar).

Gewinn okay, Einnahmen unter Erwartungen

Starbucks-Mitarbeiter gießt Wasser in Kaffeefilter

Starbucks-Mitarbeiter. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Konkret wies Starbucks in seinem vierten Geschäftsquartal (per Anfang Oktober) Erlöse von 5,70 nach 5,71 Milliarden Dollar im Vorjahr aus. Die Erwartungen lagen im Schnitt bei 5,80 Milliarden Dollar. Im gesamten Geschäftsjahr stieg der Umsatz zwar um fünf Prozent auf 22,70 Milliarden Dollar, lag aber ebenfalls unter den Erwartungen von 23,3 Milliarden Dollar. Auf vergleichbarer Basis stiegen die Erlöse um 2,0 Prozent, erwartet war im Schnitt ein Zuwachs von 3,3 Prozent. Selbst um die Hurrikanschäden bereinigt lag das Wachstum mit 3,0 Prozent unter den Schätzungen. Regional enttäuschte dabei vor allem der US-Heimatmarkt.

Kevin Johnson

Kevin Johnson. | Bildquelle: picture alliance / AP Photo

Besser sah es bei den Gewinnzahlen aus. Mit 0,55 Dollar je Aktie wurden die Prognosen der Analysten getroffen, vor Jahresfrist waren 0,54 Dollar verdient worden. Auch wenn die Zahlen also eher verhalten ausfielen, sprach Firmenchef Kevin Johnson von einer "starken Performance". Auch Finanzchef Scott Maw war zufrieden: "Starbucks hat trotz eines schwierigen Marktumfeldes ein solides Waschstum erreicht."

Aber offensichtlich ist Starbucks trotz einer umfassenden Produktoffensive nicht stärker gewachsen. Der hohe Preis der Produkte hat offensichtlich viele Kunden dazu animiert, in eigene Kaffeemaschinen zu investieren, erklärt Marktanalyst Karl Utermohlen vom Fachmagazin "Investor place".

Im Ausblick will das Unternehmen die vergleichbaren Umsätze um drei bis fünf Prozent pro Jahr steigern, das Erlöswachstum insgesamt soll im hohen einstelligen Prozent Bereich liegen. Der Gewinn pro Aktie soll zwölf Prozent und die Rendite auf das investierte Kapital 25 Prozent betragen. Die Quartalsdividende wird um 20 Prozent auf 0,30 Dollar erhöht, zahlbar am 1. Dezember 2017 an alle Aktionäre, die die Aktie per Stichtag 16. November besessen haben.

Teemarke verkauft

Gleichzeitig gab Starbucks bekannt, dass die Teemarke Tazo für 384 Millionen Dollar an den niederländischen Konsumgüter-Riesen Unilever verkauft wird. Zukünftig werde nur noch die Marke Teavana vertrieben. Allerdings läuft es im Tee-Geschäft nicht rund, Filialen sollen verkauft werden.

rm