Osram Zentrale im Dämmerlicht
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Konjunktursorgen Bei Osram wird es finsterer

Stand: 10.01.2019, 08:20 Uhr

Der Lichttechnik-Konzern Osram warnt vor einem schwachen Start ins neue Geschäftsjahr. Leuchtdioden seien derzeit nicht besonders gefragt, auch die schwächelnde Autokonjunktur gibt dem Management zu denken. Die Aktie fällt weit zurück.

Mit einem Abschlag von etwa fünf Prozent werden die Titel von Osram vorbörslich gehandelt. Vor rund einem Jahr hatten Osram bei knapp 80 Euro ein Rekordhoch erreicht, seitdem geht es für den MDax-Konzern dramatisch abwärts. Aktuell kostet die Aktie weniger als 38 Euro. Die frischen Meldungen dürften die Investoren weiter abschrecken.        

Denn beim Lichtkonzern kommt beim Blick auf die Zahlen des abgelaufenen Jahresviertels keine Freude auf. „Die ersten Daten deuten darauf hin, dass das vergangene Quartal bei uns noch schwächer ausgefallen ist als dies manche Finanzexperten und wir noch vor einigen Monaten erwartet haben“, sagte Firmenchef Olaf Berlien der „Augsburger Allgemeine“.

„Ich sehe dunkle Wolken für 2019 am Horizont aufziehen, die Nachfrage nach Leuchtdioden geht spürbar zurück. Was mir aber für das neue Jahr am meisten Sorgen bereitet, ist die rückläufige Auto-Konjunktur.“ Osram fahre Monat für Monat „auf Sicht“.

Nicht nur China gibt zu denken

Die Schwäche der Automobilindustrie gehe nur zum Teil auf den Diesel-Skandal zurück, sagte Berlien. „Denn in den letzten drei Monaten sind in China die Autoverkäufe massiv um bis zu 16 Prozent eingebrochen. Das ist für uns schmerzlich.“ Dazu kämen die jüngsten Einbrüche im Geschäft von Apple und Samsung. „Firmen aus der Auto- und Smartphone-Branche sind extrem wichtige Kunden für uns“, betonte der Osram-Chef.

Olaf Berlien, designierter Osram-CEO

Olaf Berlien: "Osram fährt auf Sicht". | Bildquelle: Unternehmen

„Wir spüren den Handelskonflikt zwischen den USA und China, nachdem wir schon 2018 unter dem hierzulande wenig bekannten Handelskonflikt zwischen Südkorea und China gelitten haben“, sagte Berlien. „Das führte zu einem zehnprozentigen Rückgang unserer Lieferungen an koreanische Autohersteller.“ Auch der nahende Brexit sei für Osram als Zulieferer für viele Branchen eine Belastung.

Wer möchte einsteigen?  

Nach dem Rückzug von Siemens würde Osram den Einstieg eines Großaktionärs begrüßen. „Ein solch größerer Aktionär hat grundsätzlich den Vorteil, dass er ein Unternehmen in seiner Strategie unterstützen kann“, sagte Berlien. Dies gelte insbesondere für langfristige Themen, auch wenn es einmal konjunkturell nicht so gut laufe. Er kommentiere aber grundsätzlich keine Spekulationen über mögliche Investoren.

ts/rtr/dpa