GoPro-Drohne Karma mit Kamera

War's das? GoPro-Drohnen stürzen ab

Stand: 09.01.2018, 11:29 Uhr

Seit Jahren kennt die GoPro-Aktie fast nur eine Richtung: nach unten. Jetzt hat sich der Niedergang beschleunigt: GoPro will aus dem Drohnengeschäft aussteigen, teilte der US-Kamerahersteller mit. Doch das ist nicht die einzige Hiobsbotschaft.

GoPro macht Schluss mit den Drohnen - das gab das Unternehmen am Montag bekannt. Außerdem nannte GoPro eine schwache Prognose für das abgelaufene Quartal: Der Umsatz wird auf 340 Millionen Dollar geschätzt – und damit rund 130 Millionen geringer als erwartet. Dabei hatte es im September noch einen Hoffnungsschimmer gegeben.

Der Aktienkurs fiel darauf um fast ein Drittel von 7,52 Dollar auf das Rekordtief von 5,10 Dollar. Am Dienstagmittag lag der Kurs bei rund 6,50 Dollar. GoPro war 2014 an der Börse gestartet und vermeldete zunächst glänzende Zahlen. Eine schwache Unternehmensentwicklung ließ die Aktie im Herbst 2015 von über 60 Dollar unter 10 Dollar Anfang 2016 fallen. Davon erholte sich die Aktie nicht mehr.

GoPro hofft auf Turnaround

Drohne mit GoPro-Kamera vor Alpen-Panorama

Drohne mit GoPro-Kamera. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Der einstige Anlegerliebling verbuchte zuletzt beachtliche Einbuße beim Weihnachtsgeschäft. Daher wurde sogar der Preis des neusten Produkts gesenkt. Außerdem will GoPro in diesem Jahr bei den operativen Kosten sparen: Weltweit sollen 250 der 1.250 Arbeitsplätze wegfallen.

Dadurch erhofft sich der Konzern in diesem Jahr einen Turnaround, sagt Gründer Nicholas Woodman. "Wenn es Gelegenheiten gibt, sich mit einem größeren Mutterunternehmen zu vereinen, dann ist das etwas, das wir erwägen würden", sagte Woodman gegenüber dem Sender CNBC. Zu Beratung strategischer Optionen inklusive eines Verkaufs, diene die Bank JPMorgan Chase.

Anfang Februar sollen die genauen Ergebnisse und die Wachstumsprognose für 2018 veröffentlicht werden. Doch die Analysten von Morgan Stanley gehen nicht davon aus, dass GoPro seine Ziele für 2018 erreichen wird.

Einst hochgelobt - nun tief gefallen

360-Grad-Kamera GoPro

360-Grad-Kamera GoPro. | Bildquelle: picture alliance / Michael Kappeler/dpa

Kleine robuste Actionkameras machten GoPro berühmt. Doch die Konkurrenz schlief nicht: Google und Samsung bieten mittlerweile ähnliche Kameras an. Daraufhin wollte sich das amerikanische Unternehmen ein zweites Standbein sichern – die Wahl fiel auf ein unbemanntes Luftfahrzeug: die Drohne.

2016 kam die erste GoPro-Drohne "Karma" auf den Markt. Doch die Premiere ging schief: Produktionsstau und defekte Batterien vermasselten den Start. Außerdem beklagte GoPro die Vorschriften für die Nutzung von Drohnen in Europa und den USA.

Auch auf dem Drohnenmarkt herrscht ein harter Wettbewerb – denn die Konkurrenz zeigte sich auch hier hellwach. Ganz vorn mit dabei ist das Unternehmen Dajiang Innovation Technology (DJI).

jz