Flatex- und Fintech Group-Fahne vor dem Unternehmen

Joint Venture in Österreich Bei der Fintech Group geht die Post ab

Stand: 11.09.2018, 10:58 Uhr

Bankdienstleistungen des Unternehmens aus dem Nachwuchssegment Scale gibt es demnächst am Postschalter. Ein Joint Venture mit der Österreichischen Post macht's möglich. Dazu lieferte die Fintech Group am Dienstag auch noch Quartalszahlen.

Ein umfassendes Finanzdienstleistungsangebot im Filialnetz der Österreichischen Post wollen die beiden Partner schaffen, so die Mitteilung am Dienstag. Die teilstaatliche Post und die Fintech Group werden ein 50/50-Gemeinschaftsunternehmen gründen. Dazu wird die Tochter FinTech Group Bank AG ihre Niederlassung in Österreich inklusive der rund 30.000 Kunden in das Gemeinschaftsunternehmen einbringen.

Die Bank in der Post

Dieses Joint Venture wird das Filial- und Vertriebsnetz mit 433 eigenbetriebenen Post-Filialen und 1.351 Post-Partnern nutzen, um dort Bankdienste anzubieten. Die Post wird sich im Gegenzug mit sieben Prozent an der FinTech Group beteiligen und einen Sitz im Aufsichtsrat erhalten.

Die Fintech Group Bank springt damit für den bisherigen Kooperationspartner Bawag ein. Diese hatte bereits im Herbst nach dem eigenen Börsengang angekündigt, in Sachen Bankgeschäft nicht mehr mit der Österreichischen Post kooperieren zu wollen.

Broker sorgt für gute Zahlen

Für die Fintech Group war auch schon vor der Kooperation der österreichische Markt eine wichtige Basis. Mit der "Cashcow" des Unternehmens, dem Online-Broker Flatex, hat man rund 50 Prozent Marktanteil bei Brokerage-Transaktionen. Rund zwei bis drei Millionen Käufe und Verkäufe werden alljährlich in dem Land abgewickelt. Flatex bietet in Österreich wie in Deutschland den Handel mit Aktien, Fonds, ETFs und Zertifikaten an.

Die Broker-Tochter Flatex sorgte denn auch im ersten Halbjahr 2018 für den Löwenanteil der Erträge und Erlöse bei der Fintech Group. Der Umsatz stieg im Berichtszeitraum um 18 Prozent auf 58,5 Millionen Euro. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte das Ergebnis um 42 Prozent auf 18,4 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen mit 9,4 Millionen Euro 35 Prozent mehr.

Auf das Gesamtjahr gesehen plant die Fintech Group den Jahresüberschuss auf 24 Millionen Euro zu steigern. Der Umsatz soll über 120 Millionen Euro liegen. Inwieweit die neue Kooperation in Österreich Einfluss auf Ergebnis und Umsatz haben wird, ist noch unklar, die Fintech Group berichtete am Dienstag nur von einem "deutlichen Einmalaufwand" durch den Deal.

AB