Baumot-BNOx Nachrüst-System zur Reduzierung von Stickoxiden bei PKW

Diesel-Nachrüst-Fantasie Bei Baumot geht wieder was

Stand: 11.07.2018, 14:17 Uhr

Ein Ministerinnen-Besuch, eine Pressemeldung, und die Aktie des Autozulieferers Baumot legt deutlich zweistellig zu. Anleger setzen erneut auf künftige Umsätze, sollten Nachrüstungen von Pkw in großem Stil erforderlich sein.

Umweltministerin Svenja Schulze habe sich "ausführlich über die BNOx-Technologie und deren breite Anwendungsfelder" informiert, so die Pressemeldung von Baumot, das früher unter dem Namen Twintec firmierte. Wichtige Botschaft der Bundesumweltministerin laut Baumot außerdem: "Die Hardware-Nachrüstung zur Vermeidung von Fahrverboten" sei "unumgänglich".

Dass Baumot bei diesen Nachrüstungen mit seiner Produktpalette zum Zuge kommt, die die Wette, die die Aktie seit rund einem Jahr munter auf und ab tanzen lässt. Baumots Katalysator BNOx ermöglicht die Umrüstung von Euro-5 sowie Euro-Diesel und gegebenenfalls auch Euro-2-Diesel auf die schadstoffärmere Euro-6-Norm.

Ob, wann und wie viel?

Noch immer freilich ist unklar, ob und in welcher Form und Breite Hardware-basierte Nachrüstungen gefordert sind. Laut Umweltministerium wird in einigen Wochen ein Abschlussbericht vorgelegt werden, der die technische Machbarkeit von Nachrüstungen unterstreichen dürfte.

Mehrere Verwaltungsgerichte könnten - ebenfalls in den kommenden Wochen - eine Konkretisierung und möglicherweise Verschärfung von Luftreinhalteplänen fordern. Solche Pläne wie etwa für die Stadt Stuttgart, sehen Fahrverbote für Diesel-Pkw der Euro-Norm 4 und mögliche Fahrverbote für Fahrzeuge der Euro-Norm 5 ab September 2019 vor. Und: Laut Baumot hält Ministerin Schulze solche Verbote für "wahrscheinlich".

Ein Großauftrag und viel Hoffnung

Im vergangenen Jahr hatte Baumot mit einem ersten Großauftrag in Großbritannien aufhorchen lassen. mit der BNOx-Technik sollten 5.600 Busse der Stadt London nachgerüstet werden. Über die Höhe des Auftrages wurde allerdings nichts bekannt.

Die Geschäftsentwicklung des Unternehmen kann allerdings einen "Big Bang" in Sachen Dieselnachrüstung gut gebrauchen. Durch den Verkauf der Tochter Kontec rutschte der Umsatz 2017 von 38,3 auf 9,8 Millionen Euro. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen rutschte das Ergebnis deutlich auf minus 6,2 Millionen Euro ab. In dem Übergangsjahr investierte der Konzern 2,7 Millionen Euro in die BNOx-Technologie. Man setzt offenbar massiv auf die Umsätze aus möglichen Nachrüstaktionen.

Aktie hat Potenzial in beide Richtungen

Für Anleger bleibt die Aktie des Unternehmens damit eine gewagte Wette, Ausschläge nach oben und unten bleiben gleichermaßen jederzeit möglich.

AB