Befreiungsschlag für die Facebook-Aktie

Stand: 31.01.2019, 08:52 Uhr

"Das Schlimmste ist vorbei", hieß es in ersten Reaktionen auf die Quartalszahlen des Internetkonzerns vom Mittwochabend. Das sehen Anleger offenbar auch so: Die Aktie zieht deutlich an und befreit sich endgültig aus ihrem Abwärtstrend.

Im Xetra-Handel am Donnerstagmorgen springt der Titel um mehr als zehn Prozent nach oben. Das ist noch mehr als der Kurszuwachs im nachbörslichen US-Handel. Am Mittwochabend hatte Facebook sein Zahlenwerk zum abgelaufenen Quartal präsentiert.

Offenbar hat sich nun die Erkenntnis bei Experten und Anlegern erst richtig durchgesetzt, dass das Unternehmen weiterhin blendend aufgestellt ist, und dass die Datenschutz- und "Fake-News"-Skandale Facebook bei seiner Expansion nicht wirklich aufhalten können.

Die Analysten von Goldman Sachs hatten den Titel bereits vor der Veröffentlichung der Ergebnisse demonstrativ noch einmal zum Kauf empfohlen und ein Kursziel von 195 Dollar gesetzt - sie dürften sich nun bestätigt fühlen. Für Analyst Haris Anwar vom Finanzportal Investing.com steht nach den Zahlen fest, dass all die Schwierigkeiten des vergangenen Jahres weder dem Werbegeschäft noch der Beliebtheit bei den Nutzern etwas anhaben konnten.

Allerdings bremsten die Datenskandale das Umsatzwachstum ein wenig ab, die Erlöse stiegen um rund 30 Prozent auf 16,9 Milliarden Dollar. Es war damit das schwächste Wachstum in den vergangenen sechs Jahren. Die Analystengemeinde hatte aber im Schnitt mit geringeren Erlösen gerechnet.

Im Dezember nutzten 2,32 Milliarden Menschen aktiv Dienste wie die Facebook-Plattform, Whatsapp oder Instagram. Dies waren neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Neue Nutzer kamen laut dem Konzern vor allem in Indien, Indonesien und den Philippinen hinzu. Monatlich würden mehr als 2,7 Milliarden Menschen mindestens einen der zum Unternehmen gehörenden Dienste nutzen.

Daraus will Facebook einem Bericht der "New York Times" zufolge künftig noch mehr Profit ziehen. Demnach will Zuckerberg die Technik hinter den Messaging-Diensten von Facebook, Whatsapp und Instagram vereinheitlichen und eine durchgängige Verschlüsselung einführen.

Der juristische Ärger für Facebook ist indes noch nicht beendet. Demnächst dürfte das Bundeskartellamt seine endgültige Entscheidung im Verfahren gegen den US-Konzern treffen. Seit mehr als zwei Jahren prüft die Behörde, ob der US-Konzern seine Marktmacht missbraucht. Es geht in erster Linie um das Sammeln von Nutzerdaten aus Drittquellen wie beispielsweise auch den eigenen Töchtern Whatsapp und Instagram. Am Ende des Verfahrens wird kein Bußgeld stehen - vielmehr könnten die Wettbewerbshüter Facebook zwingen, bestimmte Praktiken abzustellen. (