Bechtle-Chef Thomas Olemotz

Starke Zahlen vorgelegt Bechtle profitiert vom Home-Office-Trend

Stand: 08.05.2020, 10:09 Uhr

Bechtle bietet kleinen und mittleren Unternehmen sowie Behörden das Einrichten und Verwalten von IT-Systemen und Netzwerken an. In Zeiten mobilen Arbeitens ein lukratives Geschäftsmodell.

Zwar bekam auch der MDax-Konzern aus Neckarsulm im ersten Quartal die Beschränkungen wegen der Pandemie zu spüren, weil viele Projekte verschoben wurden und es vereinzelt Lieferschwierigkeiten bei Hardware gab. "Allerdings haben wir im Industrieumfeld wie bei unseren öffentlichen Kunden auch einen starken Nachfrageschub gespürt, insbesondere bei der Ausstattung von Homeoffices und bei technischen Lösungen rund um die Umsetzung virtueller Formen der Zusammenarbeit", sagte Vorstandschef Thomas Olemotz am Morgen.

Tatsächlich legten Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal zu und übertrafen die Erwartungen der Analysten. Der Erlös wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,3 Prozent auf 1,36 Milliarden Euro. Dabei wirkten die Corona-Beschränkungen im Ausland stärker als in Deutschland, wo das Wachstum sogar zweistellig ausfiel.

Jahresziele bestätigt

Vor allem der Online-Handel mit Homeoffice-Equipment bescherte Bechtle bei Hardwareprodukten in Deutschland einen Umsatzzuwachs von gut einem Fünftel. Bechtle vertreibt unter anderem Hardware wie Notebooks, Headsets, Konferenzsysteme und Netzwerkgeräte.

Das Vorsteuerergebnis stieg um 13,4 Prozent auf 51,1 Millionen Euro und damit noch etwas stärker als der Umsatz, die entsprechende Marge legte auf 3,8 Prozent zu. Unter dem Strich verdiente Bechtle mit 36,5 Millionen Euro 15,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. auch für das laufende Jahr zeigt sich das Management optimistisch.

Zwar sei eine verlässliche Vorausschau derzeit nicht möglich und das zweite Quartal dürfte eher verhalten verlaufen, dennoch hält Bechtle an seinen Zielen für das laufende Jahr fest. "Aktuell gehen wir davon aus, dass sich unser Geschäft im Laufe des dritten Quartals wieder zunehmend unter normalisierten Rahmenbedingungen entwickelt", so Olemotz.

Aktie mit Erholung in V-Form

Bechtle will im Gesamtjahr Umsatz und operatives Ergebnis um mindestens fünf Prozent steigern. Dabei soll das Ergebnis mindestens so stark zulegen wie der Umsatz, die Marge also möglichst steigen. "Die mittel- bis langfristigen positiven Aussichten von Bechtle sind ungeachtet der Folgen der Corona-Pandemie angesichts der anhaltenden Digitalisierung nach wie vor intakt", sagte Olemotz.

Bis 2030 will Bechtle die Umsatzmarke von zehn Milliarden Euro jährlich knacken, 2019 waren es knapp 5,4 Milliarden Euro. Mittlerweile hat Bechtle auch nach größeren Zukäufen 11.768 Mitarbeiter. An der Börse kommen die Zahlen gut an. Die auch im TecDax notierte Aktie legt weiter zu und hat nach ihrem Absturz im März auf 85 Euro eine Erholung in perfekter V-Form erfahren. Vom Jahreshoch im Februar bei gut 149 Euro ist das Papier nur noch wenige Euro entfernt.

Das Düsseldorfer Bankhaus Lampe hat die Einstufung für Bechtle nach den Quartalszahlen auf "Kaufen" mit einem Kursziel von 110 Euro belassen. Der IT-Dienstleister sei deutlich besser ins neue Jahr gestartet als von ihm befürchtet, schrieb Analyst Wolfgang Specht in einer ersten Reaktion. Er stellte eine Erhöhung seiner Prognosen in Aussicht.

lg