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Bilanzvorlage bleibt aus Beate Uhse pleite

Stand: 15.12.2017, 11:09 Uhr

Der Flensburger Erotikhändler Beate Uhse muss zum Insolvenzrichter. Ziel des beantragten Insolvenzverfahrens sei, das Unternehmen in Eigenverwaltung zu sanieren und fortzuführen, teilte Beate Uhse mit.

"Der Vorstand der Beate Uhse AG, Michael Specht, hat sich zu diesem Schritt entschlossen, um die Sanierung der gesamten Gruppe in Eigenverwaltung nachhaltig umzusetzen", teilte das Unternehmen am Freitagmorgen mit.

Die Insolvenzanmeldung betreffe ausschließlich die Beate Uhse AG in ihrer Funktion als Holding, für die Tochtergesellschaften der AG werde keine Insolvenz beantragt. "Damit halten die operativen Gesellschaften in Deutschland und den Niederlanden ihren Geschäftsbetrieb uneingeschränkt aufrecht und die Handlungsfähigkeit wird gesichert."

Umschuldung der Anleihe gescheitert

Hintergrund des Insolvenzantrags sind gescheiterte Bemühungen, die Verbindlichkeiten aus der 2019er Anleihe im Volumen von 30 Millionen Euro umzuschulden. Dabei habe keine Einigung mit den Gläubigern erzielt werden können. Die Anleihe müsste eigentlich im Sommer 2019 zurückgezahlt werden und ist mit 7,75 Prozent hochverzinst.

1999 Börsenfeier mit Beate Uhse (Mitte)

Beate Uhse, Börsengang 1999. | Bildquelle: Unternehmen

Mit Blick auf das angestrebte Insolvenzverfahren sagte Specht: "Wir haben damit einen Weg eingeschlagen, bei dem wir sehr zuversichtlich sind, die Unternehmensgruppe als Ganzes sanieren zu können."

Dass Beate Uhse in größeren Schwierigkeiten steckt, war schon länger bekannt. Die Aktie ist schon seit langem nur noch ein Schatten ihrer selbst. Das Unternehmen hatte wiederholt die Vorlage des Jahresberichts für 2016 verschieben müssen und Umsatz- und Gewinnprognosen nach unten korrigiert. Die Bilanz sollte nunmehr an diesem Freitag vorgelegt werden. Der im April berufene Vorstandsvorsitzende Specht hatte im Juni seinen Finanzchef gefeuert und mit einer Unternehmensberatung den Finanzbereich und das Rechnungswesen gründlich durchleuchtet.

Mehrere Gesetzesverstöße

Die Finanzaufsicht BaFin hat Beate Uhse bereits Zwangsgelder in Höhe von 220.000 Euro angedroht, weil das Unternehmen Hinweispflichten einer Aktiengesellschaft nach dem Wertpapierhandelsgesetz verletzt hat. Auch die Hauptversammlung blieb dieses Jahr aus, ein Verstoß gegen das Aktiengesetz.

dpa-AFX/la