Beate Uhse Laden

Erotikkette kann weiterarbeiten Beate Uhse erhält Finanzspritze

Stand: 09.01.2018, 13:28 Uhr

Gerettet ist Beate Uhse nicht, aber immerhin kann die Erotikkette das Geschäft dank eines Massedarlehens des Finanzinvestors Robus Capital vorerst fortsetzen. Obwohl die Zukunft ungewiss bleibt, macht die Aktie einen Riesensatz nach oben.

Wie nachhaltig die Kursgewinne von aktuell fast 24 Prozent auf 0,2 Euro sind, ist natürlich eine gute Frage. Aber angesichts der Tatsache, dass Beate-Uhse-Aktien schon seit Jahren auf Penny-Stock-Niveau notieren, dürfte vielen Investoren bewusst sein, dass ihre Anlage hoch riskant ist. Auch war es schon lange bekannt, dass die Erotikkette mit massiven Problemen zu kämpfen hat und angeschlagen ist, denn sie steckt seit 2015 in den roten Zahlen.

Neuer Handlungsspielraum

Im Augenblick kann es jedoch weitergehen, denn Beate Uhse kann mit einem Massedarlehen über 2,7 Millionen Euro vom Finanzinvestor Robus Capital den Warenbestand in den Filialen und im Online-Handel ergänzen, der über Weihnachten stark gesunken sei, teilt das Unternehmen mit. Das Massedarlehen diene der Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs der Beate Uhse AG im Rahmen der eigenverwalteten Insolvenz, heißt es in der Mitteilung.

1999 Börsenfeier mit Beate Uhse (Mitte)

Beate Uhse, Börsengang 1999. | Bildquelle: Unternehmen

Darüber hinaus verschaffe sich das Management unter der Führung des Vorstandsvorsitzenden Michael Specht wieder ersten Handlungsspielraum, um die Sanierung des Unternehmens weiter voranzutreiben. Für den Darlehensgeber Robus hat der Massekredit den Vorteil, dass er in der Insolvenz vorrangig vor anderen Forderungen bedient wird.

Robus hatte bereits in die Anleihen von Beate Uhse investiert. Bei der ebenfalls in die Pleite gerutschten Modekette Laurel hatte Robus angeboten, sein Darlehen in einen Mehrheitsanteil am Unternehmen zu tauschen.

Weiterführen oder verkaufen?

Dieses Modell könnte für Robus auch bei Beate Uhse interessant sein, denn schließlich ist nicht klar, was geschehen wird. Der Vorstand verfolge zwei Optionen: Eine Fortführung des Unternehmens im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens mit nachfolgender Komplett-Sanierung, welches mit Hilfe von zusätzlichen Darlehensmitteln bewerkstelligt werden könne. Alternativ sei ein Verkauf des Unternehmens im Zuge einer M&A Transaktion denkbar.

"Spielzeug" in Beate Uhse-Shop. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Beate Uhse hatte Mitte Dezember Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Der Konzern kämpfte seit Jahren mit einem schrumpfenden Geschäft. Das Unternehmen, für das in Spitzenzeiten mehr als 800 Menschen arbeiteten, zählt heute nur noch 345 Mitarbeiter in sieben Ländern. Nach 200 Millionen Euro Umsatz vor einigen Jahren erwartet der Vorstand für 2017 noch Erlöse von deutlich unter 100 Millionen.

ts