Nachtaufnahme des Industrieparks der Bayer AG in Leverkusen
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Zahlen vorgelegt Bayer: Wo bleibt das Wachstum?

Stand: 28.02.2018, 09:04 Uhr

Dass die Dividende in diesem Jahr lediglich um bescheidene 10 Cent erhöht wird, hat Bayer bereits am Abend verkündet. Das abgelaufene Jahr war schwierig. Und auch 2018 sind keine großen Sprünge zu erwarten.

In diesem Jahr rechnet das Leverkusener Unternehmen mit einem Umsatz von 35 Milliarden Euro und damit in etwa auf dem Niveau des abgelaufenen Jahres, wie Bayer am Morgen mitteilte. Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) vor Sonderposten wird auf Vorjahresniveau erwartet.

Im vergangenen Jahr musste Bayer hier sogar einen leichten Rückgang hinnehmen, auf 9,29 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs 2017 minimal. Beide Kennzahlen lagen knapp unter den durchschnittlichen Analystenschätzungen.

Nur leichtes Wachstum angepeilt

Werden Effekte aus Wechselkursveränderungen sowie Zu- und Verkäufe herausgerechnet, peilen die Leverkusener indes ein Umsatzwachstum im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Das um Sonderposten bereinigte Ebitda soll im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Der Ausblick berücksichtige vorübergehende Lieferausfälle und Überarbeitungen der Produktion.

Beim bereinigten operativen Ergebnis dürfte sich dies mit etwa 300 Millionen Euro auswirken, hieß es. So hatte ein Tadel der US-Gesundheitsbehörde FDA Bayer zu Änderungen bei der Herstellungen einiger Medikamente gezwungen. Analysten hatten bereits mit einer Belastung beim Gewinn gerechnet.

Schwaches viertes Quartal

Besonders schwach ist das vierte Quartal ausgefallen. In diesem Zeitraum sank das Ebitda des Dax-Konzerns um mehr als ein Prozent auf 1,78 Milliarden Euro. Zuwächse im Pharmageschäft sowie im Bereich Tiergesundheit konnten einen stärkeren Rückgang verhindern.

Im Agrargeschäft CropScience, das durch die milliardenschwere Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto deutlich ausgebaut werden soll, musste Bayer jedoch erneut einen kräftigen Ergebnisrückgang verdauen. Im Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten brach das Ergebnis sogar um fast ein Drittel ein.

Monsanto-Kaufabschluss etwas verspätet

Stefan Wolff
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Baustelle Bayer

Wegen vieler noch ausstehender Genehmigungen rechnet der Bayer-Vorstand erst für das zweite Quartal 2018 mit dem Abschluss des Monsanto-Kaufs. Die Prüfverfahren der Kartellbehörden bräuchten mehr Zeit, wie Bayer am Morgen in Leverkusen mitteilte. "Unser Ziel ist es jetzt, die Transaktion im zweiten Quartal 2018 abschließen zu können", sagte der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann laut Mitteilung. Bisher war von Anfang 2018 die Rede gewesen. Insgesamt hat laut Unternehmensansangaben mittlerweile mehr als die Hälfte der rund 30 Behörden weltweit den Deal genehmigt.

Im morgendlichen Handel gibt die Bayer-Aktie um über drei Prozent nach und ist damit der schwächste Wert im Dax.

lg