Bayer-Chef Werner Baumann
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Umbau im großen Stil Kahlschlag bei Bayer

Stand: 29.11.2018, 14:58 Uhr

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer plant einen größeren Konzernumbbau. Dabei sollen 12.000 Stellen gestrichen werden.

Es ist ein Umbau im großen Stil: Bayer will sich von seinem Geschäft mit der Tiergesundheit trennen. Außerdem führt der Konzern bereits Gespräche über eine Veräußerung seines 60-prozentigen Anteils am deutschen Chempark-Betreiber Currenta. Nach der Trennung von Covestro stehe die Nutzung der Dienstleistungen des Standortbetreibers in keinem Verhältnis mehr zum Besitz des Anteils.

Neben der bereits verkündeten Veräußerung der rezeptpflichtigen Dermatologie-Produkte stehen auch die Geschäfte mit Sonnenschutzmitteln und Fußpflege auf dem Prüfstand, die Marken Coppertone und Dr. Scholl's.

Der Umbau soll sich lohnen, zusammen mit den Einsparungen und Synergien aus der Monsanto-Übernahme ist von 2,6 Milliarden Euro pro Jahr ab 2022 die Rede. Mit so viel hatte man am Markt nicht gerechnet, man war eher von 2 Milliarden Euro ausgegangen. Insofern ist es eine positive Überraschung.

Zu schwache Gewinnprognose

Im Rahmen des Umbaus werden rund 12.000 Stellen der weltweit 118.200 Arbeitsplätze abgebaut, ein "signifikanter Teil" davon in Deutschland.

Normalerweise werden derartige Sparkonzepte von der Börse honoriert. Die Bayer-Aktie, die zunächst drei Prozent in die Höhe schoss bis auf 66,75 Euro, drehte aber wieder ins Minus. Laut Händlern enttäuscht die Gewinnprognose für 2019. Auch das Festhalten der Leverkusener an der Sparte Consumer Health habe einige Marktteilnehmer negativ überrascht, sagte ein weiterer Händler.

Bayer-Aktie auf Talfahrt

Die Aktie hat ohnehin einen schweren Stand. Innerhalb eines Jahres verlor sie rund 40 Prozent an Wert. Der Konzern kämpft an vielen Fronten, die vor allem mit der Übernahme des US-Konzerns Monsanto zu tun haben. In den USA sieht sich Bayer nämlich mit zahlreichen Klagen wegen des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat von Monsanto konfrontiert. Die Kläger werfen dem US-Konzern vor, mit Glyphosat ein krebserregendes Mittel verkauft und nicht ausreichend über die Schädlichkeit informiert zu haben. Bayer weist diese Vorwürfe entschieden zurück.

Doch brach die Bayer-Aktie nach dem ersten verlorenen Glyphosat-Prozess massiv ein. Auch im wichtigen Pharmageschäft hatte der Konzern zuletzt wenig erfolgversprechende Neuentwicklungen zu vermelden.

bs