Ein Landwirt bringt das Pflanzenschutzmittel Glyphosat auf einem Feld aus
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Neue Strategie Bayer arbeitet an Glyphosat-Alternativen

Stand: 14.06.2019, 07:50 Uhr

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat bringt dem Bayer-Konzern in letzter Zeit nichts als Ärger und Risiken in Milliardenhöhe ein. Nun will der Konzern viel Geld in neue Produkte investieren.

"Glyphosat wird weiterhin eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft und in der Produktpalette von Bayer spielen", teilte Bayer mit. Der Pharma- und Chemiekonzern plant dennoch Investitionen von fünf Milliarden Euro in zusätzliche Methoden zur Unkrautbekämpfung innerhalb der nächsten zehn Jahre.

Der durch die Fusion mit dem Glyphosat-Hersteller Monsanto in Bedrängnis geratene Dax-Konzern erklärte, man wolle neue Technologien entwickeln. Diese sollen die Menge an Pflanzenschutzmitteln reduzieren und präzisere Anwendungen ermöglichen. Das soll die Auswirkung für die Umwelt um 30 Prozent reduzieren.

Bayer will zudem höhere Maßstäbe für "Transparenz, Nachhaltigkeit und dem Umgang mit allen Interessengruppen" setzen.

Mehr als 10.000 Kläger

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Bayer sieht sich wegen Glyphosat rund 13.400 Klägern in den USA gegenüber. Mitte Mai war der Konzern in den USA zu Schadenersatz von mehr als zwei Milliarden Dollar an einem krebskranken Ehepaar verurteilt worden. Zuvor war Bayer in zwei anderen Prozessen zu einer Zahlung von knapp 160 Millionen Dollar verurteilt worden. Zwar hat Bayer in allen Fällen die jeweils nächsthöhere Instanz angerufen. Doch sehen Experten es als wahrscheinlich an, dass das Unternehmen um einen milliardenteuren Vergleich nicht herumkommt.

Die Bayer-Aktie hat sich innerhalb eines Jahres fast halbiert und gehört damit zu den drei schwächsten Werten im Dax.

ME