Zentrale der Bayer AG in Leverkusen

Klagen wegen Essure Bayer hat jetzt noch ein Verhütungs(mittel)problem

Stand: 10.07.2020, 10:01 Uhr

Gerade erst musste Bayer beim milliardenschweren Glyphosat-Vergleich zurückrudern. Nun hat der Chemie- und Pharma-Konzern neuen juristischen Ärger: In den USA gibt es Tausende Klagen wegen des Verhütungsmittels Essure.

Zwar wurde vor zwei Jahren der Verkauf von Essure gestoppt. Aber die Rechtsstreitigkeiten haben seither nicht abgenommen. Schlimmer noch: Der Pharma- und Agrarchemiekonzern hat laut einem Bericht von Bloomberg Tausende von Beschwerden über körperliche Schäden, die angeblich auf sein Verhütungsmittel Essure zurückzuführen sind, nicht an die US-Gesundheitsbehörde FDA gemeldet.

Tausende Essure-Klagen

Wegen der Nebenwirkungen des Verhütungsprodukts droht eine Klagewelle. "Bayer sieht sich bereits Tausenden Essure-Klagen gegenüber", sagte ein Börsianer. "Diese neue Meldung ist der Stimmung nicht zuträglich."

Bayer-Verhütungsmittel Essure

Essure. | Bildquelle: Bayer

Es ist ein bisschen wie bei Monsanto. 2013 hatte Bayer für 850 Millionen Euro die US-Firma Conceptus gekauft, die das Verhütungssystem auf den Markt gebracht hatte. Der damals groß gefeierte Deal wird nun zum Alptraum und möglicherweise zum Millionengrab für Bayer.

Aktien unter Druck

Die Aktien von Bayer büßen am Freitag knapp ein Prozent ein und zählen zu den größten Dax-Verlierern. Seit Jahresbeginn haben die Titel gut 14 Prozent eingebüßt.

Auch der knapp elf Milliarden Dollar teure Vergleich zur Beilegung von US-Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken von Unkrautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat konnte die Aktie nur kurz beflügeln. Inzwischen wackelt der mit den Klägern ausgehandelte Kompromiss wieder. Ein Richter stufte einen Teil des Vergleichs als problematisch ein. "Wir nehmen die Bedenken des Richters ernst und werden auf sie bei der Anhörung zu einer vorläufigen Genehmigung am 24. Juli eingehen", teilte Bayer mit.

nb