Monsanto

Glyphosat und kein Ende Für die Bayer-Aktie sieht es finster aus

Stand: 16.11.2018, 13:43 Uhr

Wieder einmal gehört die Bayer-Aktie zu den schwächsten Werten im Dax. Damit setzt sich die Entwicklung der vergangenen Monate fort. Jetzt gibt es noch einen Glyphosat-Prozess. Wer hat den Leverkusenern nur zu diesem Deal geraten?

In den USA ist ein weiterer Prozess wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat angesetzt worden. Das Verfahren gegen den Glyphosat-Hersteller, die Bayer-Tochter Monsanto, beginnt am 18. März, hieß es in Gerichtsdokumenten. Geklagt hat ein Paar, das das glyphosathaltige Herbizid Roundup regelmäßig von 1975 bis 2011 eingesetzt hatte und an Lymphdrüsenkrebs erkrankte.

Erst vor wenigen Tagen hatte Bayer bekannt gegeben, dass bis zum 30. Oktober in den USA Ansprüche von etwa 9.300 Klägern zugestellt wurden, der Konzern rechnet mit weiteren Klagen.

Somit wird das finanzielle Risiko für den Konzern immer größer. Erinnerungen an den Skandal um den Cholesterinsenker Lipobay werden wach. Der sorgte vor rund eineinhalb Jahrzehnten für Gesamtkosten für mehr als eine Milliarde Dollar und eine ungefähre Drittelung der Bayer-Aktie.

Kurs seit Rekordhoch mehr als halbiert

Fraglich ist, ob die Kosten bei den Glyphosat-Prozessen nicht noch viel höher ausfallen werden. Zumindest lässt die Kursentwicklung der Bayer-Aktie nichts Gutes erwarten.

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 5 Jahre
Kurs
54,21
Differenz relativ
-2,94%

So hat sich das Papier seit dem Rekordhoch im Juni 2017 mehr als halbiert. Auch heute gehört das Papier mit einem Minus von 2,4 Prozent zu den schwächsten Dax-Werten - einen weiterer Tiefststand seit September vor sechs Jahren. "Auf der Suche nach einem neuen Marktgleichgewicht scheint der Titel damit immer noch nicht charttechnisch "sauber" zu sein“, heißt zu Kursverlusten von den Analysten von HSBC Trinkaus.

Dabei verweisen die Experten insbesondere auch auf das Doppeltop aus den Jahren 2015 beziehungsweise 2017 und auf die charttechnische Formation "Bearish Engulfing", die bei wöchentlichen Candlestick-Charts sichtbar wird. Diese besteht aus einem kleineren schwarzen Kerzenkörper, auf den ein sowohl nach oben als auch nach unten größerer Kerzenkörper folgt. Das deutet auf eine hohe Wahrscheinlichkeit weiterer Kursverluste hin.

Aktie empfohlen

Merrill Lynch hat in einer Studie die Prognosen für den Dax-Konzern bis 2020 gesenkt. Die Bank begründet dies vor allem mit geringeren Erwartungen an das Geschäft mit Saatgut, Pflanzenschutzmitteln und Schädlingsbekämpfung. Ob damit nun das Ende der Prognosesenkungen erreicht ist, werde sich wohl auf der Analystenveranstaltung Anfang Dezember entscheiden, hieß es. Angesichts der Bewertung wurde die Kaufempfehlung bestätigt. Das Kursziel liegt bei 105 Euro.

ME