Zentrale der Bayer AG in Leverkusen

Die Folgen des Monsanto-Kaufs Glyphosat: Bayer kommt einem Vergleich näher

Stand: 15.03.2020, 14:23 Uhr

Bayer steuert im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken von Glyphosat-Unkrautvernichtern laut einem US-Zeitungsbericht auf eine Lösung zu. Eine Summe von rund 10 Milliarden Dollar steht im Raum.

Bayer habe sich mit sechs Anwaltskanzleien, die im Auftrag Zehntausender Kläger verhandelten, auf einen Vergleichsentwurf geeinigt, schrieb das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Der Kompromiss sehe eine Zahlung in der Größenordnung von zehn Milliarden Dollar vor. Die Dimension entspräche in etwa den Markterwartungen.

Bayer erklärte, dass die Verhandlungen andauerten und das Unternehmen keine Spekulationen kommentieren könne. Der deutsche Agrarchemie- und Pharmakonzern hatte sich 2018 mit dem über 60 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Saatgutriesen Monsanto enorme Rechtsrisiken aufgeladen.

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Zeit für Verhandlungen

Zuletzt war Bayer laut eigenen Angaben mit rund 48.600 US-Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken von Monsanto-Produkten mit dem Wirkstoff Glyphosat konfrontiert. Die Klagewelle hat den Dax-Konzern nicht nur an der Börse stark unter Druck gebracht.

Die ersten drei Glyphosat-Prozesse in den USA hatte Bayer verloren und hohe Schadenersatzurteile kassiert. Allerdings will der Konzern die Schuldsprüche in Berufungsverfahren aufheben lassen. Zeitgleich laufen hinter den Kulissen schon seit Monaten auf Hochtouren Vergleichsgespräche unter der Aufsicht des US-Staranwalts Ken Feinberg, der als Vermittler zwischen Bayer und Klägern verpflichtet wurde. Alle weiteren US-Gerichtsverfahren bislang wurden vertagt, um den Streitparteien Zeit für Verhandlungen zu verschaffen.

dpa