Zentrale der Bayer AG in Leverkusen
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Neue Hoffnung Bayer: Gibt es eine Lösung für Glyphosat?

Stand: 17.01.2020, 10:21 Uhr

Die Zahl der Klagen gegen Bayer wegen des Unkrautvernichters Glyphosat hat noch einmal deutlich zugenommen. Dennoch gibt es offenbar Hoffnung auf eine baldige Einigung. Das treibt die Bayer-Aktie.

Die Bayer-Aktie gewann am Morgen im elektronischen Handelssystem Xetra bis zu 1,8 Prozent auf 76,11 Euro. Die Börse reagiert damit auf eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass es innerhalb etwa eines Monats einen Vergleich zwischen Bayer und den Klägern bei den Schadenersatzklagen um die Unkrautvernichter mit dem Wirkstoff Glyphosat geben könnte. Bloomberg bezieht sich auf Aussagen des Mediators Ken Feinberg, der in dem Rechtsstreit vermittelt. Zu den Bedingungen eines möglichen Vergleichs wollte Feinberg sich nicht äußern.

Damit würde die lange Hängepartie und Unsicherheit aus dem Bayer-Kurs entweichen. Seit dem Aufkommen der Klagen hatte die Bayer-Aktie zeitweise mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren.

Die Aktie lässt sich auch nicht von anderen weniger positiven Aspekten des Bloomberg-Berichts erschüttern. Laut Feinberg ist die Zahl der Klagen sei inzwischen auf 75.000 bis 85.000 oder sogar noch mehr angestiegen. Bayer selbst hatte die Zahl zuletzt im Oktober mit etwa 42.700 angegeben, was bereits mehr als eine Verdopplung gegenüber Juli gewesen war. Bayer widersprach Feinbergs jüngsten Angaben in einer Stellungnahme jedoch energisch. Bei der von ihm genannten Zahl handele es sich um eine "spekulative Schätzung", die potenzielle Kläger umfasse, die ein möglicher Vergleich umfassen könnte. Die Zahl der Klagen liege "deutlich unter 50.000".

Bayer hatte sich 2018 mit dem über 60 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Saatgutriesen Monsanto immense Rechtsrisiken ins Haus geholt. Die ersten drei US-Prozesse um Krebsgefahren von Monsanto-Produkten gingen verloren.

ME/dpa