Zentrale der Bayer AG in Leverkusen

Urteil in den USA Bayer und BASF: Millionenstrafe wegen Unkrautvernichter

Stand: 17.02.2020, 09:16 Uhr

Auch das noch. Während es mit den Klägern gegen den Unkrautvernichter Glyphosat noch immer keinen Vergleich gibt, droht Bayer nun die nächste Strafe wegen eines anderen Produkts aus dem Hause Monsanto. Auch BASF ist betroffen.

Ein Gericht in den USA hat Bayer sowie BASF im Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Dicamba zu millionenschweren Schadenersatz verurteilt. Insgesamt sollen die beiden Unternehmen einem Pfirsichbauern aus Missouri 265 Millionen Dollar zahlen. Dies teilt sich in 15 Millionen Schadenersatz sowie zusätzlich 250 Millionen Dollar Strafe auf.

Die Entscheidung fiel am Samstag. Der Bauer beschuldigt Bayer und BASF, dass er durch den Einsatz von Dicamba auf benachbarten Feldern Ernteverluste erlitten habe, da Teile des Unkrautvernichters auf seine Plantagen geweht worden seien. Den Schaden bezifferte er auf 21 Millionen Dollar.

Bayer will Berufung einlegen

Dicamba wurde von Monsanto entwickelt, dem Konzern den Bayer 2018 übernommen hatte. Ein Kauf, der den Leverkusenern bis heute viel Ärger eingebracht sowie viele Milliarden Euro an Börsenwert vernichtet hat. Tatsächlich sieht sich Bayer wegen angeblicher Krebsrisiken von Monsantos Unkrautvernichter Glyphosat tausenden Klagen in den USA ausgesetzt. Ein zuletzt erhoffter Vergleich lässt weiter auf sich warten.

BASF nutzt ein eigenes auf Dicamba basierendes Produkt, um gentechnisch veränderte Pflanzen zu behandeln. Das jetzt in Missouri gefällte Urteil ist das erste in einer Reihe laufender Verfahren. Bayer kündigte Berufung gegen das Urteil an. Dicamba sei für die Ernteverluste nicht verantwortlich. Auch die US-Umweltschutzbehörde EPA habe darauf hingewiesen, dass die Produkte kein unangemessenes Risiko darstellten, wenn sie gemäß der Anweisungen verwendet würden.

"Überrascht und enttäuscht"

BASF kündigte ebenfalls Rechtsmittel an: "Wir sind überrascht und enttäuscht von der Entscheidung der Jury und planen in Berufung zu gehen", sagte ein Unternehmenssprecher. Die Anwälte der Unternehmen hatten zuvor argumentiert, die Pfirsich-Felder hätten bereits vor 2015 gelitten und führten Wetterbedingungen wie Hagel und späten Frost für die Schäden an. Beide Unternehmen führten zudem an, dass die aktuelle Formulierung von Dicamba nicht verwehen könne, wenn sie korrekt angewendet werde. Wie der Schadenersatz unter den Unternehmen aufgeteilt wird, blieb zunächst offen.

Für Bayer könnte die Übernahme von Monsanto damit noch teurer werden. Am Morgen verliert die Aktie des Leverkusener Konzerns gegen den Trend über zwei Prozent. BASF trifft es weniger hart.

lg/dpa/rtr