Bayer-Chef Werner Baumann
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Höheres Ergebnis Bayer: Ausgerechnet die Agrarsparte schwächelt

Stand: 26.10.2017, 08:54 Uhr

Bayer hat im dritten Quartal einen kräftigen Gewinnsprung verzeichnet. Doch das ist nicht dem eigentlichen Geschäft zu verdanken.

Unter dem Strich verdiente Bayer im dritten Quartal 3,88 Milliarden Euro, nach 1,2 Milliarden ein Jahr zuvor. Doch diese Verbesserung ist zum größten Teil dem weitgehenden Ausstieg aus der ehemaligen Kunststofftochter Covestro zu verdanken. Der Ertrag aus der Entkonsolidierung dieses Unternehmens beträgt 2,8 Milliarden Euro.

Das operative Ergebnis (Ebitda) legte um 4,1 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zu, wie der Pharma- und Chemiekonzern am Morgen mitteilte. Doch in der Agrarsparte schrumpfte das Ergebnis um 3,5 Prozent, und bei den frei verkäuflichen Medikamenten ging es sogar um 16,5 Prozent zurück. Dagegen brummt weiter das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten wie dem Gerinnungshemmer Xarelto.

Monsanto-Übernahme bis 2018

Das Leverkusener Unternehmen bekräftigte zudem seinen Plan, die Übernahme von Monsanto bis Anfang 2018 abschließen zu können. "Das Geschäft mit unseren rezeptfreien Gesundheitsprodukten entwickelte sich erwartungsgemäß schwach", erklärte Konzernchef Werner Baumann.

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Vor allem in den USA lief es nicht rund. Dort brach beispielsweise der Umsatz mit dem Sonnenschutzmittel Coppertone um fast 45 Prozent ein, was Bayer auf einen anhaltend starken Wettbewerb im US-Markt zurückführte. In der Agrarsparte konnte Bayer niedrigere Verkaufspreise und negative Währungseffekte nicht durch geringere Ausgaben für Herstellung, Marketing und Vertrieb ausgleichen.

Schwaches Agrargeschäft in Brasilien

Wegen eines unerwartet schwachen Pflanzenschutzgeschäfts in Brasilien hatte sich Bayer von seinen ursprünglichen Umsatz- und Ergebniszielen für 2017 verabschieden müssen. Die neuen Vorgaben wurden nun bekräftigt. In Brasilien sieht Baumann seinen Konzern auf dem richtigen Weg. "Positiv ist, dass wir die Rückstellung für Produktrückgaben in Brasilien verringern konnten", sagte der Vorstandsvorsitzende. "Dies zeigt, dass unsere Maßnahmen zur Normalisierung der Situation in Brasilien greifen."

Auch bei der geplanten 66 Milliarden Dollar schweren Monsanto-Übernahme sieht sich Bayer durch den vereinbarten Verkauf von Geschäften mit der Landwirtschaft an BASF auf Kurs. "Wir gehen mit dieser Vereinbarung aktiv auf mögliche Bedenken der Behörden im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von Monsanto ein", erläuterte Baumann. Es sei aber kein Versuch, Entscheidungen der Regulierungsbehörden vorwegzunehmen.

Aktie unter Druck

Der Gesamtumsatz von Bayer stieg von Juli bis September um 1,2 Prozent auf 8,0 Milliarden Euro. Analysten hatten mit einem Ebitda von 2,12 Milliarden bei Umsätzen von 8,43 Milliarden Euro gerechnet. Das Konzernergebnis belief sich auf knapp 3,9 Milliarden Euro, wobei allein 2,8 Milliarden auf die Entkonsolidierung der Kunststofftochter Covestro zurückgehen.

An der Börse kommen die Zahlen nicht gut an. Die Bayer-Aktie verliert im vorbörslichen Handel gut zwei Prozent.

lg