Geldregen um Bayer-Logo
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Kapitalerhöhung Bay Bay, Monsanto

Stand: 04.06.2018, 08:00 Uhr

Bayer ist endlich am Ziel: Der Dax-Konzern wird am Donnerstag die umstrittene Monsanto-Übernahme abschließen. Und der belastete Name Monsanto verschwindet.

Um den Deal auch finanziell unter Dach und Fach zu bekommen, plant Bayer eine Kapitalerhöhung. Das Volumen der Kapitalmaßnahme beträgt sechs Milliarden Euro. Das liegt im oberen Bereich der Erwartungen von Experten. Geplant ist laut der Bayer-Mitteilung vom Sonntagabend die Ausgabe von 74,6 Millionen Aktien zu je 81 Euro. Das Grundkapital von Bayer wird damit um knapp neun Prozent steigen.

Zügige Umsetzung beruhigt den Markt

Für bestehende Aktionäre gibt es ein Bezugsrecht für die neuen Aktien: Sie für jeweils 23 Anteile zwei neue erwerben. Die frischen Mittel sollen für die Finanzierung der mehr als 62,5 Milliarden Dollar teuren Übernahme eingesetzt werden. Am Markt war zuletzt mit einem Volumen zwischen fünf und sechs Milliarden Euro gerechnet worden. Der "verwässernde" Effekt auf den Gewinn je Anteil ist nun etwas höher. Am Markt dürfte aber positiv gewertet werden, dass Bayer so zügig die Maßnahme angekündigt hat. Die Aktie steigt vorbörslich leicht.

Bayer hat am Montagmorgen bestätigt, dass der Monsanto-Kauf bis Donnerstag formell abgeschlossen werden soll. Damit wird der Chemie- und Pharmakonzern endgültig zum weltgrößten Anbieter von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet darüber, allerdings ohne Angabe von Quellen. Damit werde das Eigentum an Monsanto offiziell auf Bayer übertragen. Ein Sprecher des Dax-Konzerns wollte den Zeitpunkt auf Anfrage von Reuters nicht kommentieren.

Kartellbehörden geben grünes Licht

Hörfunk-Moderatorin Ulla Herrmann
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ARD-Börse: Monsanto-Deal in trockenen Tüchern

Vor knapp einer Woche hatte Bayer die entscheidende Hürde für den Monsanto-Kauf genommen. Das US-Justizministerium genehmigte am Dienstag den Mega-Kauf unter Auflagen. "Mit der Freigabe des Department of Justice stehen wir jetzt kurz vor dem Ziel", sagte Bayer-Chef Werner Baumann. Zwar muss der Deal noch von Mexiko abgesegnet werden, aber die Rheinländer erwarten auch diese Genehmigungen in Kürze. Von zahlreichen wichtigen Kartellbehörden wie der EU-Kommission und den Wettbewerbshütern aus Brasilien, China und Russland hatte Bayer bereits unter Auflagen grünes Licht erhalten.

Was wird aus der Pharmasparte?

Bei Bayer ist derzeit einiges los: Ein Konzernsprecher hatte am Donnerstag einen Bericht der "Wirtschaftswoche" bestätigt, wonach der Konzern alle Pharma-Standorte für Forschung und Entwicklung auf den Prüfstand stelle. Zum Zeitplan oder zu möglichen Stellenstreichungen wollte sich der Sprecher nicht äußern. Dem Magazinbericht zufolge soll sich der Bayer-Vorstand Anfang Juni mit dem Thema beschäftigen. Mitarbeiter fürchteten, dass in Deutschland bis zu 1.000 Arbeitsplätze abgebaut werden könnten.

Insgesamt beschäftigten die Leverkusener weltweit über 8.000 Mitarbeiter in der Pharmaforschung und -entwicklung. Einige Aktionäre hatten in der Vergangenheit die Sorge geäußert, das Pharmageschäft könnte wegen der milliardenschweren Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto zu kurz kommen. Aktuell ist Bayer der siebtgrößte Pharmakonzern der Welt.

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<strong>Johnson & Johnson</strong><br/>Mit einem Umsatz von fast 77 Milliarden Dollar im Jahr 2017 belegt der US-Konzern Platz eins unter den Pharmaunternehmen. Allerdings muss man bedenken, dass Johnson & Johnson auch in der Konsumgüterbranche agiert, der Umsatz also nicht allein mit Pharmaprodukten erzielt wird. : Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Johnson & Johnson
Mit einem Umsatz von fast 77 Milliarden Dollar im Jahr 2017 belegt der US-Konzern Platz eins unter den Pharmaunternehmen. Allerdings muss man bedenken, dass Johnson & Johnson auch in der Konsumgüterbranche agiert, der Umsatz also nicht allein mit Pharmaprodukten erzielt wird.

AB/ts