Baumot-BNOx Nachrüst-System zur Reduzierung von Stickoxiden bei PKW
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Neuer Schub aus der Politik Baumot dreht wieder auf

Stand: 24.08.2017, 13:13 Uhr

Der Hersteller von Dieselpartikel-Filtern Baumot würde von Umrüstungen der Autobauer profitieren. Das sorgt an der Börse zu Übertreibungen bei der Baumot-Aktie, die man besser unter dem früheren Namen Twintec kennt.

Ein regelrechter Hype ist um die Baumot-Aktien entbrannt. Die Papiere des Herstellers von Dieselpartikelfiltern schießen heute 22 Prozent in die Höhe. Zusammen mit den exorbitanten Kursgewinnen von gestern sind das binnen zwei Handelstagen rund 60 Prozent Plus.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat diese neue Fantasie geschürt. Der Ausweg aus der "Diesel-Abgaskrise" müsse über die Nachrüstung von Systemen zur Abgasreinigung erfolgen. "Es wird eine Nachrüstung der Hardware geben müssen", so die Ministerin im Gespräch beim ARD-Morgenmagazin.

Viel Luft in der Baumot-Aktie?

Die Luft in vielen Städten werde wohl auch nach der Umsetzung der beim Dieselgipfel beschlossenen Schritte schmutziger bleiben als erlaubt, heißt es aus dem Umweltministerium. Software-Updates für eine bessere Abgasreinigung und Umtauschprämien für ältere Diesel reichten vermutlich nicht aus.

Baumot bringt sich nun wieder ins Gespräch. Das Unternehmen verwies auf sein eigenes System zu Stickoxidreduktion. Bereits im Juli hatten die Papiere kurzfristig von einem Geschäftsschub durch die Dieselkrise profitiert. Der Wert der Aktie verdreifachte sich binnen weniger Tage auf rund 3,00 Euro.

Anleger setzen darauf, dass Baumots Katalysator BNOx ein Verkaufsschlager wird. Die Technologie ermöglicht die Umrüstung von Euro-5 sowie Euro-Diesel und gegebenenfalls auch Euro-2-Diesel auf die schadstoffärmere Euro-6-Norm. Allerdings ist die Spekulation der Börse gefährlich. Das Ringen von Autoindustrie und Politik geht weiter, VW etwa hat schon Widerstand gezeigt. Im Herbst ist ein zweiter Gipfel angesetzt. Es ist also offen, ob und wenn ja, wann es weitere Nachbesserungen bei den betroffenen Diesel-Fahrzeugen geben wird. Gibt es keine Nachrüstungsverpflichtung, wird der Kurs der Baumot-Aktie abstürzen.

Baumot war früher Twintec

Baumot ist aus Twintec hervorgegangen. Das Unternehmen hat sich nach einer Kapitalherabsetzung umbenannt. Die Aktien wurden umgetauscht im Herabsetzungsverhältnis von 5:3.

Dabei hatte sich Twintec nach dem VW-Abgasskandal als möglichen Profiteur der Krise gesehen. Man erwarte als ein führender Anbieter von Produkten zur Abgasnachbehandlung durch die aktuelle Diskussion zu Abgaswerten im Fahrzeugbereich positive Impulse für innovative Technologien in diesem Bereich. Doch die damalige Twintec-Aktie hat das nicht befeuert. Die Twintec-Tochter Kontec ging sogar pleite.

bs