Basler IP-Box-Kamera CCD-Sensor und Objektiv

Auf dem Weg zum Komplettanbieter Basler AG will in den TecDax

Stand: 27.12.2018, 17:52 Uhr

Für die erfolgsverwöhnte Basler AG lief's in diesem Jahr nicht nach Maß. Die Aktie konnte ihren Höhenflug nicht fortsetzen und büßte gut ein Drittel an Wert ein. Nun erfindet sich das Hightech-Unternehmen neu.

Bisher war die Basler AG ein reiner Kamerahersteller. Das Unternehmen aus Ahrensburg in Schleswig-Holstein stellt Kameras und -zubehör für Anwendungen in der Industrie, der Medizin und im Verkehr her. Für Gen-, Blut- und Urin-Analysen oder auch für den Zahnersatz sind Kameras von Basler unerlässlich. In der Logistik hilft Basler, die Waren schneller in die und aus den Verteilzentren zu bringen. In Batteriefabriken prüfen Maschinen mittels Bildverarbeitung die Batterien.

Künftig werden die Norddeutschen zum Komplettanbieter. "Wir wandeln uns vom Kamerahersteller zum Anbieter von Computer Vision Hardware", sagt Vorstandschef Dietmar Ley im Interview mit boerse.ARD.de. Denn so könne das Wachstumspotenzial des Unternehmens erweitert werden. "Im Kamera-Markt haben wir schon die Marktführerschaft. Im Markt für Computer Vision Hardware können wir unseren Umsatz weiter ausbauen, als das mit Kameras alleine möglich wäre.

Wachstumsdynamik flaut ab

Tatsächlich hat Basler AG an Schwung verloren. 2018 wird das Unternehmen nicht mehr so stark expandieren wie im Vorjahr. Der Umsatz soll zwischen 145 und 155 Millionen Euro liegen. In den ersten neun Monaten schrumpften die Erlöse von 121,1 auf 116,4 Millionen Euro.

Basler Vorstand (Hardy Mehl, Arndt Bake, Dr. Dietmar Ley, John Jennings)

Basler Vorstand. | Bildquelle: Unternehmen

2017 war die Basler AG noch um 54 Prozent gewachsen. "Das war ein vom Boom in der Smartphone-Industrie geprägtes, außerordentliches Jahr", sagt Vorstandschef Ley. Der Kamerahersteller hatte schon frühzeitig die Anleger gewarnt, dass sich in diesem Jahr das rasante Wachstum nicht fortsetzen werde. "2018 ist für Basler ein Seitwärts-Jahr, in dem wir die Grundlagen für weiteres Wachstum gelegt haben."

2019 soll besser werden

Das kommende Jahr dürfte nicht zuletzt aufgrund von zwei Akquisitionen besser werden, glaubt Ley. Er rechnet mit einer Belebung des Geschäfts. Bereits im vierten Quartal ging es aufwärts. "Die Auftragseingänge haben zuletzt wieder zugenommen", sagt Basler-Chef Ley.

Mit der jüngsten Übernahme von Silicon Software hat Basler sein Produktportfolio ausgebaut. Silicon Software stellt Bilderfassungskarten und Software für die grafische Programmierung von Prozessoren her.

Dies dürfte nicht die letzte Transaktion gewesen sein. "Die Konsolidierung in der Branche hält an", sagt Vorstandschef Ley. Viele Unternehmen seien Mittelständler und zu klein, um in der reifer werdenden Branche weiter wachsen zu können.

Keine Fusion mit Isra Vision

Von einem Zusammenschluss mit Isra Vision, über den immer wieder spekuliert wird, hält Ley nichts. Isra Vision sei ein Kunde, betont der Basler-Chef. Die Fusion mit einem Lösungsanbieter mache keinen Sinn. Als mögliche Akquisitionskandidaten sieht Ley eher Firmen, die das eigene Produkt-Portfolio komplementärergänzen oder die Kundenbasis erweitern.

Mittelfristig - in gut vier Jahren - will die Basler AG die Schwelle von 200 Millionen Euro knacken. Insofern mache ich mich über den Aktienkurs mittelfristig keine Sorgen", meint Ley mit einem Augenzwinkern. Zuletzt sackte die Aktie um über 30 Prozent ab, nachdem sie jahrelang nur nach oben gesprungen war.

Was Isra Vision geschaffen hat, will auch die Basler AG irgendwann erreichen: den Aufstieg in den TecDax. "Wir müssen noch an der Marktkapitalisierung arbeiten, um dorthin zu kommen", gibt Ley zu. Der TecDax sei aber ganz klar das Ziel.

nb