Martin Brudermüller, BASF

Firmenchef gibt die Richtung vor BASF will bei E-Autos dabei sein

Stand: 26.11.2018, 12:06 Uhr

BASF-Chef Martin Brudermüller hat ein neues Wachstumsfeld für den Ludwigshafener Chemie-Riesen ausgemacht. Zukünftig will sich der Dax-Konzern stärker auf das Geschäft mit E-Autos konzentrieren. Dabei geht es um Batteriematerialien - laut Brudermüller ein riesiger Chemiemarkt, der gerade entstehe.

BASF: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
65,26
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Um dies zu erreichen, müsse aber zunächst mehr investiert werden. Das Geld dazu soll durch einen Börsengang der Gas- und Ölfördertochter Wintershall sowie dem Verkauf der Bauchemieaktivitäten in die Kassen kommen. Brudermüller äußerte sich gegenüber dem "Tagesspiegel". Frischer Wind hätte der Chemieriese aus dem Dax auch nötig, wie der Blick auf den Kursverlauf der Aktie zeigt.

Schmerzliche Verluste

Die Aktie befindet sich schon seit Jahresanfang im Abwärtstrend. Eine Tendenz, die sich spätestens seit dem Frühjahr dann noch verstärkt hat. Vom Jahreshoch bei 98,80 Euro am 19. Januar bis zum bisherigen Jahrestief bei 64,33 Euro am 26.10. hat das Papier immerhin fast 35 Prozent verloren. Kein Wunder, dass Brudermüller nervös wird, zumal die Aktie aktuell mit etwas über 66 Euro nur leicht über dem Jahrestief steht.

Erdöl-Suchbohrung bei Bedernau / Unterallgäu der Wintershall Holding AG

Wintershall Suchbohrung im Allgäu. | Bildquelle: picture alliance / dpa, Montage: boerse.ARD.de

Die Börse hat damit bereits auf mehrere negative Faktoren in diesem Jahr reagiert, so der Preisanstieg beim Erdöl oder das Niedrigwasser auf dem Rhein. Nur mit den angekündigten Kostensenkungen und Änderungen der Organisationsstruktur alleine wird Brudermüller das Ruder nicht herumreißen können. Er muss den Investoren und Analysten darüber hinaus neue Ufer anbieten, zu denen BASF aufbrechen will. Zumal positive Effekte beim Ölpreis durch den Wintershall-Rückzug zukünftig nicht mehr wirken können.

Neben dem Batteriemarkt, für den hohe Wachstumsraten vorausgesagt werden, setzt er dabei auf China – den heute größten Chemiemarkt der Welt. Dort betreibt   BASF mehrere Großprojekte, zusammen mit seinem Partner Sinopec. Ein Verbundstandort mit zehn Milliarden Dollar Umsatz soll dort 2030 fertiggestellt werden.

Trotzdem gut aufgestellt

BASF kann durchaus selbstbewusst diese Veränderungen angehen, denn das Unternehmen hat in der Vergangenheit eine Verdopplung des Gewinns in den letzten zehn Jahren ausgewiesen. Zudem wurden auch die Margen weiter gesteigert. Lediglich die Steigerung beim Absatz liegt seit 2012 mit 2,3 Prozent p.a. unter dem Branchendurchschnitt. Auch hier wird Herr Brudermüller ansetzen müssen.

Bliebe noch die Dividende. BASF will diese auch künftig zahlen und diese dabei möglichst immer steigern. Aktuell liegt die Dividendenrendite bei 4,7 Prozent, basierend auf der Ausschüttung von 2017 von 3,10 Euro.        

rm