Blick bei Nacht auf das BASF-Werk Ludwigshafen

Mehr Geschäft mit Pflanzenschutz und Saatgut BASF: Profiteur des Monsanto-Deals

Stand: 16.04.2018, 09:11 Uhr

Die geplante Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto durch Bayer hat für den Chemieriesen BASF erfreuliche Nebenwirkungen. Der Dax-Konzern übernimmt mehrere Bereiche von Bayer und hat neue Wachstumschancen.

So wird BASF will vom Konkurrenten Bayer bestimmte Pflanzenschutzmittel und verschiedene Saatgut-Arten übernehmen. Diese will Bayer im Zuge der geplanten Monsanto-Übernahme abgeben. So sehen es die Auflagen vor, die die US-Kartellbehörden dem Konzern gemacht haben, damit die Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto erlaubt wird.

Anschluss wieder hergestellt

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Bayer will außerdem sein "Digital-Farming"-Geschäft an BASF verkaufen. In dem Bereich wird zum Beispiel die computergesteuerte Ausbringung von Saatgut- und Pflanzenschutzmitteln betrieben. Für BASF ist dies eine unerwartet schnelle Stärkung seines Pflanzenschutzgeschäfts. Hier hatten Experten zuvor befürchtet, BASF könnte den Anschluss an die Großen der Branche verlieren. Neben dem Schub für die Sparte Pflanzenschutz will BASF aber auch ins Geschäft mit Saatgut einsteigen. Außerdem will Bayer auch bestimmte Saatgutbehandlungsmittel an BASF verkaufen.

Bayer hat sich nach neuesten Berichten grundsätzlich mit den US-Wettbewerbsbehörden auf die Abspaltung bestimmter Geschäftsteile geeinigt. In den kommenden Wochen sollen letzte Details ausverhandelt werden, hieß es. Vor drei Wochen hatten die Leverkusener bereits grünes Licht von der EU-Kommission erhalten. Insgesamt kostet Bayer die Monsanto-Übernahme 62,5 Milliarden Dollar.

Analysten einig wie selten

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Für BASF ist der Milliardendeal ein Schub für den Konzernumsatz und das operative Geschäft in der Zukunft. Eine Reihe von Analysten haben ihre Erwartungen an die Geschäfte, aber auch an den Kurs der BASF-Aktie zwischenzeitlich erhöht. Nach einer Auswertung von dpa-AFX lauten zwölf von 21 ausgewerteten Analystenurteiel "Kaufen". Keiner der Experten empfiehlt das Papier derzeit zum Verkauf.

Die Chemie-Aktie hat allerdings derzeit wohl auch einen erheblichen Nachholbedarf. Auf Jahressicht hat das Papier sieben Prozent eingebüßt, während der Dax rund drei Prozent höher als im April 2017 notiert. Die guten Quartalszahlen, die BASF im Januar vorgelegt hatte, konnten der Aktie nur kurzfristig helfen. Mit den Kursrutsch am Gesamtmarkt in den vergangenen Wochen kam sie deutlicher als dieser unter die Räder. Dank der neuen geschäftlichen Chancen könnte nun eine echte Trendwende einsetzen.

AB

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