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Dem starken Euro zum Trotz BASF: Nicht sexy, aber solide

Stand: 04.05.2018, 09:39 Uhr

Der starke Euro hat den Chemieriesen BASF im ersten Quartal belastet. Dennoch fiel die Bilanz besser aus als erwartet. Auch einige Konkurrenten ließen die Ludwigshafener hinter sich.

Wegen des starken Euro ging der Umsatz im ersten Quartal im Jahresvergleich um ein Prozent auf knapp 16,7 Milliarden Euro zurück, wie das Dax-Unternehmen am Morgen zur Hauptversammlung in Mannheim mitteilte. Deutlich negative Währungseffekte hätten den Zuwachs durch Preiserhöhungen und gesteigerte Mengen komplett aufgezehrt.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) konnte trotzdem um zwei Prozent auf 2,5 Milliarden Euro gesteigert werden - mehr als Analysten erwartet hatten. Nach Steuern und Anteilen Dritter blieb ein Gewinn von knapp 1,7 Milliarden Euro übrig. Das waren aufgrund höherer Steuerzahlungen unter anderem in Norwegen zwei Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Gestiegene Rohstoffpreise

Die Konkurrenten Solvay und Akzo Nobel mussten dagegen sinkende Ergebnisse verbuchen. Lediglich DowDupont und der Kunststoff-Spezialist Covestro legten stärker zu als BASF. Doch auch bei BASF ergibt sich ein gespaltenes Bild. Während es bei Basischemikalien sowie im Öl- und Gasgeschäft deutlich besser lief, litten die Spezialchemie-Sparten unter den gestiegenen Rohstoffpreisen.

BASF: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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In ersterem Geschäftsbereich fasst BASF etwa Vitamine, Lebensmittelzusatzstoffe sowie Inhaltsstoffe für Pharmazeutika und Kosmetik zusammen. Zum zweiten Geschäftsbereich gehören Katalysatoren, Bauchemikalien und Fahrzeuglacke. Auch im Agrochemiegeschäft verdiente BASF unter anderem wegen höherer Fixkosten deutlich weniger.

Jahresausblick bestätigt

Der scheidende Unternehmenschef Kurt Bock sprach trotzdem von einem guten Start in das Jahr. Auch den Ausblick für das laufende Jahr bestätigte Bock. Danach will der Chemiekonzern 2018 beim operativen Ergebnis um bis zu zehn Prozent zulegen. "Dies ist anspruchsvoll, denn 2017 war ein sehr gutes Jahr für BASF", fügte Bock hinzu.

Im vergangenen Jahr hatten die Ludwigshafener mit 8,3 Milliarden Euro das Ergebnis um fast ein Drittel gesteigert. Beim Umsatz peilt BASF mit seinen insgesamt rund 115.000 Mitarbeitern einen Zuwachs um bis zu fünf Prozent an. Das wäre ein Anstieg auf 67,7 Milliarden Euro.

Kurt Bock, Basf

Kurt Bock. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Kein fundamentaler Kurswechsel mit Brudermüller

Mit Ablauf der heutigen Hauptversammlung übernimmt der derzeitige stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Technologiechef Martin Brudermüller das Ruder bei BASF. Der "Neue" will den Konzern stärker in der E-Mobilität aufstellen und weitere Innovationen anschieben. Einen fundamentalen Kurswechsel strebt er aber nicht an. BASF werde "evolutionär" weiterentwickelt, sagte er vor wenigen Tagen. "Alles andere wäre auch sonderbar." Schließlich habe er die Entwicklung schon in den letzten elf Jahren als Vorstand mitgetragen.

Martin Brudermüller, BASF

Martin Brudermüller. | Bildquelle: Unternehmen

Die größten geplanten Veränderungen betreffen die Öl- und Gastochter Wintershall. Sie soll mit der früheren RWE-Sparte Dea verschmolzen werden und später an die Börse gehen. BASF und der Dea-Eigner LetterOne des russischen Milliardärs Michail Fridman führen entsprechende Gespräche. Ob es soweit kommt, ist aber laut Brudermüller noch nicht sicher.

Wintershall

Wintershall. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Ihr Agrochemiegeschäft will der Konzern mit Zukäufen in Höhe von fast acht Milliarden Euro ausbauen. BASF will dazu vom Pharma- und Agrochemiekonzern Bayer bestimmte Pflanzenschutzmittel und verschiedene Saatgut-Arten übernehmen, die die Leverkusener im Zuge der geplanten Mega-Übernahme von Monsanto abgeben müssen.

lg