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Das neue Effizienzprogramm BASF - Wachsen und sparen

Stand: 20.11.2018, 09:34 Uhr

So richtig gut lief es für BASF nicht. Das Niedrigwasser auf dem Rhein hat dem Chemieriesen arg zugesetzt. Jetzt signalisiert der Dax-Konzern Aufbruchstimmung: Mehr China, mehr Effizienz - im Ergebnis soll das Umsatz und Gewinn ankurbeln.

Der neue BASF-Chef Martin Brudermüller will die Geschäfte in Asien, vor allem in China, ausbauen und mit neuen Produkten dem Chemieriesen frischen Schwung geben. "Mit unserer neuen Strategie setzen wir die Segel auf Wachstumskurs", sagte er am Dienstag in Ludwigshafen. Dafür will sich BASF stärker auf seine Kunden ausrichten - und ein neues Sparprogramm auflegen. "Wir werden unsere Organisation verändern für mehr Kundenorientierung und Flexibilität."

Auf Sparkurs

Der Chemiekonzern will Strukturen und Prozesse deutlich vereinfachen und das Portfolio schärfen. Durch effizientere Anlagen sollen die Kosten sinken. Ab Ende 2021 sollen der neue Sparkurs jährlich zwei Milliarden Euro zum Ergebnis (Ebitda) beisteuern. Es betrifft Produktion, Logistik, Forschung und Entwicklung sowie die Digitalisierungs- und Automatisierungsaktivitäten.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll so jährlich um drei bis fünf Prozent steigen, so die Planung von BASF. Seit 2012 sei das Ergebnis im Schnitt bereits um acht Prozent gewachsen und habe damit über der jährlichen Steigerung der weltweiten Chemieproduktion gelegen.

Wachstumsmarkt China

Das China-Geschäft spielt dabei eine große Rolle. Das Land ist laut BASF mit einem Anteil von über 40 Prozent der größte Chemiemarkt der Welt. "Bis 2030 wird der Anteil Chinas auf knapp 50 Prozent wachsen, und wir wollen daran partizipieren", sagte Vorstandschef Martin Brudermüller.

An der Börse ist man noch nicht recht überzeugt. Die BASF-Aktie steht auf der Dax-Verliererliste weit oben. Heute geht es über zwei Prozent abwärts. Im Jahresverlauf hat das Papier rund 40 Prozent an Wert eingebüßt - auch eine Folge des Niedrigwassers im Rhein, der eine wichtige Verkehrsader für den Konzern ist.

Die Baader Bank hat für die BASF-Aktie auch nach Vorstellung des neuen Effizienzprogramms nur ein "Sell" übrig, Kursziel 65 Euro. Der Chemiekonzern peile beim Ebitda nur ein Wachstum von jährlich drei bis fünf Prozent an, was unter der Markterwartung liege, erklärte Analyst Markus Mayer. Er sieht auch die 2018er-Ziele der Ludwigshafener in Gefahr.

BASF hat weiter mit dem niedrigen Wasserstand des Rheins zu kämpfen, das Niedrigwasser hat zu Produktionseinschränkungen und höheren Transportkosten geführt. BASF prüft den Kauf oder das langfristige Leasing von Flachbodenschiffen, die bis zu einem sehr niedrigen Pegel fahren können. Auch der Einsatz von Tragflächenbooten oder die Möglichkeit einer Pipeline im Flussbett seien im Gespräch, wie BASF bereits vorige Woche mitteilte.

bs