BASF Standort Schwarzheide

Jahresendgeschäft BASF lief deutlich besser als gedacht

Stand: 28.02.2020, 07:09 Uhr

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat im vierten Quartal die Erwartungen des Marktes übertroffen. Doch was nützt das schon in Zeiten des Coronavirus?

Von Oktober bis Dezember kletterte das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um gut 23 Prozent auf 765 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt einen Anstieg auf 655 Millionen Euro erwartet. BASF hatte die Entwicklung deutlichen Zuwächsen in den meisten Geschäftsbereichen zu verdanken, vor allem in der Agrarsparte, die der Konzern durch die Übernahme von Geschäften von Bayer ausgebaut hatte. Der Umsatz sank indes wegen niedriger Preise und eines rückläufigen Absatzes um zwei Prozent auf 14,67 Milliarden Euro.

Im Gesamtjahr litt BASF litt vor allem unter der schwachen Autokonjunktur sowie dem Handelskonflikt zwischen den USA und China. Das führte 2019 zu einem Einbruch des bereinigten operativen Ergebnisses von fast 28 Prozent. Der Gewinn nach Steuern und Minderheiten stieg 2019 im Jahresvergleich um knapp 80 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro. Allerdings war hier ein Buchgewinn in Höhe von rund 5,7 Milliarden Euro enthalten. Ohne diesen und im fortgeführten Geschäft ging der Überschuss um knapp 40 Prozent auf 2,55 Milliarden Euro zurück. Der Umsatz sank um 1,5 Prozent auf 59,3 Milliarden Euro.

Dividende steigt

Trotz des Rückgangs im Gesamtjahr will der Konzern aus Ludwigshafen etwas mehr Geld an die Aktionäre ausschütten. Die Dividende soll um 10 Cent auf 3,30 Euro je Aktie erhöht werden. Experten hatten im Schnitt mit etwas weniger gerechnet.

Wintershall Dea an die Börse

Die Tochter, der Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea, soll trotz des unsicheren konjunkturellen Umfelds in diesem Jahr wohl wie geplant an die Börse gebracht werden. "Der Börsengang ist abhängig von den Marktbedingungen in der zweiten Hälfte dieses Jahres geplant", bekräftigte BASF-Finanzchef Hans-Ulrich Engel. Es könnte einer der größten Börsengänge in diesem Jahr werden. BASF hatte seine Tochter Wintershall im Mai 2019 mit dem Rivalen Dea zusammengeschlossen. Dadurch entstand Europas größter Gas- und Ölproduzent. BASF hält an dem Gemeinschaftsunternehmen 67 Prozent.

Unsichere Prognose

Durch die Coronavirus-Epidemie droht neues Ungemach. Der Konzern erwartet, dass sich die negativen Effekte dadurch vor allem im ersten und zweiten Quartal deutlich auswirken werden. "In diesem Jahr erleben wir bereits in den ersten beiden Monaten eine hohe Unsicherheit in der Weltwirtschaft", sagte Unternehmenschef Martin Brudermüller. Mit dem Coronavirus sei ein neuer Faktor hinzugekommen, der das Wachstum am Jahresanfang vor allem in China erheblich belaste. BASF erwarte er nicht, "dass die Corona-Effekte im Jahresverlauf vollständig ausgeglichen werden können", fügte Brudermüller hinzu.

Für das Gesamtjahr rechnet BASF mit einem Umsatzanstieg von 59,3 Milliarden Euro im Vorjahr auf 60 bis 63 Milliarden Euro und einem bereinigten Ergebnis von 4,2 bis 4,8 Milliarden Euro. Diese Ergebnisgröße lag im Vorjahr bei 4,5 Milliarden Euro. Allerdings rechneten Analysten bisher im Durchschnitt mit einem Wert von 5,17 Milliarden Euro.

Die BASF-Aktie fiel in einem sehr schwachen Marktumfeld um bis zu sechs Prozent auf 52,80 Euro.

ME/dpa/rtr