Blick bei Nacht auf das BASF-Werk Ludwigshafen
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Weltkonjunktur bremst BASF besser als befürchtet

Stand: 24.10.2019, 17:14 Uhr

Wachstum sieht anders aus: Bei BASF hinterlässt der Handelskonflikt zwischen China und den USA tiefe Spuren in der Bilanz. Ein Sparprogramm soll den Chemiekonzern auf Kurs halten. Allerdings hatten Analysten mit noch schwächeren Quartalszahlen gerechnet.

Den Anlegern reichte es, dass Umsatz und Gewinn des Chemiekonzerns trotz schwieriger Geschäftsbedingungen nicht so stark zurückgegangen waren wie von einigen befürchtet. Bei Analysten stießen die Resultate auf ein wohlwollendes, nicht aber auf euphorisches Echo.

BASF kämpft wegen der mauen Weltkonjunktur mit niedrigeren Preisen und einer schleppenden Nachfrage der Kunden. Im dritten Quartal fiel das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) um fast ein Viertel auf 1,1 Milliarden Euro. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf 15,2 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente BASF 911 Millionen Euro nach 1,2 Milliarden vor Jahresfrist.

"Besonders der Handelskonflikt zwischen den USA und China belastet unser Geschäft. Hinzu kommen die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit", sagte Vorstandschef Martin Brudermüller. Außerdem sank die Produktion in der Autoindustrie - die größte Kundengruppe von BASF.

Martin Brudermüller, BASF

Martin Brudermüller. | Bildquelle: Unternehmen

Konjunkturindikator Chemiebranche

Die Chemieindustrie gilt als wichtiger Konjunkturindikator, da ihre Produkte praktisch in allen großen Industriezweigen benötigt werden. Wen die Wirtschaft in Schwierigkeiten gerät, bekommt es der Sektor Chemie also besonders und frühzeitig zu spüren.

Der Branchenverband VCI senkte wegen der unsicheren wirtschaftlichen Aussichten bereits mehrmals seine Prognose für dieses Jahr. "An den ungünstigen Rahmenbedingungen können wir nichts ändern", sagte Brudermüller. BASF arbeite deshalb mit Hochdruck weiter an seinem Konzernumbau, der auch den Abbau von weltweit 6.000 Stellen vorsieht.

Bis Ende September wurden rund 1.800 Positionen gestrichen. Sein Sparprogramm hat BASF beschleunigt und erwartet daraus in diesem Jahr erste positive Beiträge zum Ebitda von rund 500 Millionen Euro. Dem stünden jedoch auch Einmalkosten der beschleunigten Umsetzung in ähnlicher Größenordnung entgegen.

Blick bei Nacht auf das BASF-Werk Ludwigshafen

BASF-Werk Ludwigshafen: Konjunkturindikator Chemiebranche. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Aktie kaum bewegt

Immerhin bekräftige der BASF-Chef die im Sommer gesenkte Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Demnach rechnet er weiter mit einem Rückgang des bereinigten operativen Ergebnisses um bis zu 30 Prozent. Beim Umsatz erwartet er einen leichten Rückgang.

ts