Aktie gibt nach BASF-Dividende enttäuscht

Stand: 27.02.2018, 10:41 Uhr

2017 war bekanntlich ein guter Jahrgang für den Chemieriesen BASF aus dem Dax. Deshalb kommt die vorgeschlagene Dividende der Ludwigshafener nicht so gut an. Zumal es gute Alternativen gibt.

BASF hat am Morgen bekannt gegeben, für das Geschäftsjahr 2017 der Hauptversammlung am 4. Mai eine Dividende von 3,10 Euro vorzuschlagen, ein Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr um zehn Cent oder gut drei Prozent. Schätzungen im Markt lagen höher, im Schnitt bei 3,15 Euro, manche auch darüber. Die wichtigsten Jahreszahlen hatte der Konzern bereits im Januar veröffentlicht. Die Dividendenrendite liegt damit, basierend auf dem Schlusskurs von gestern, bei knapp 3,5 Prozent.

Nicht schlecht, möchte man meinen, vor allem im Vergleich zum Rentenmarkt. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren aktuell nur mit 0,66 Prozent und Laufzeiten von Bundeswertpapieren unter fünf Jahren tendieren sogar negativ. Im Vergleich zu so manch anderem Dax-Konzern hätte BASF angesichts des kräftigen Gewinnschubes im Vorjahr aber wohl mehr Luft nach oben gehabt, dürfte wohl so mancher Börsianer heute denken.

Von Allianz bis Telekom

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Beispiele gefällig? Etwa Autobauer Daimler, der schon am 5. April seine Hauptversammlung abhält und 3,65 Euro ausschüttet. Die Rendite liegt damit aktuell bei sehr attraktiven 5,2 Prozent. Hinzu kommt, dass das Geld eben schon Anfang April auf dem Konto ist und nicht mehr als einen Monat später. Gerade angelsächsische Investoren tun sich schwer damit, die Zahlung für das abgelaufene Geschäftsjahr erst ein knappes halbes Jahr nach dessen Ende zu bekommen.

Traditionell gute Dividendenzahler sind auch die beiden Dax-Versicherer Allianz und Münchener Rück. Die Allianz will 8,00 Euro zahlen, eine Rendite von 4,2 Prozent. Zur Erinnerung: Für das Geschäftsjahr 2005 zahlten die Münchener noch 2,00 Euro, BASF 1,00 Euro. Absolut den höchsten Betrag für 2017 zahlt die Münchener Rück mit unverändert 8,60 Euro. dies, obwohl der Rückversicherer ein schadenreiches 2017 hinter sich hatte. Mit 4,7 Prozent Dividendenrendite ist die Aktie für dividendenaffine Anleger ebenso attraktiv wie die Allianz.

Bleibt noch die Telekom, die ihre Ausschüttung für 2017 von 0,60 auf 0,65 Euro um fast zehn Prozent erhöht hat - ergibt auf dem zuletzt gesunkenen Kursniveau eine Rendite von 4,82 Prozent. Viele andere Dax-Konkurrenten liegen etwa auf dem BASF-Niveau, auch wenn noch nicht alle Dividenden bekannt gegeben worden sind. Enttäuschungen gib es aber auch genügend - etwa der Konsumgüterkonzern Beiersdorf, mehrheitlich in Familienbesitz, der trotz gut laufender Geschäfte wohl auch in diesem Jahr nur enttäuschende 0,70 Euro ausschütten dürfte.

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Und was sollen Commerzbank-Aktionäre sagen? Die haben für das Jahr 2015 kümmerliche 0,20 Euro erhalten, ansonsten nichts. So wie auch in diesem Jahr. Und auch Deutsche Bank-Aktionäre, viele Jahre dividendenverwöhnt, müssen erneut mit einer symbolischen Zahlung von voraussichtlich 0,11 Euro auskommen.

BASF-Ausblick

Nochmal zurück zu BASF. Das Ebit soll 2018 vor Sondereinflüssen "leicht" über Vorjahr liegen. Unter "leicht" versteht das BASF-Management einen Anstieg um bis zu zehn Prozent. 2017 war diese zentrale Gewinngröße immerhin um ein Drittel auf 8,3 Milliarden Euro gestiegen. Der Umsatz lag 2017 zwölf Prozent höher bei 64,5 Milliarden Euro. 2018 soll er um fünf Prozent anziehen. Am Vormittag gehört die Aktie zu den stärksten Verlierern im Dax und verliert über ein Prozent.

rm