Blick bei Nacht auf das BASF-Werk Ludwigshafen
Audio

Kursverluste trotz Gewinnsprung BASF: Die Chemie macht es möglich

Stand: 24.10.2017, 11:11 Uhr

Die starke Nachfrage nach Basischemikalien hat dem Chemiekonzern ein solides drittes Quartal über den Analystenerwartungen beschert. Die Investoren sind mit den Zahlen trotzdem nicht zufrieden.

Die BASF-Aktie liegt mit einem Abschlag von rund einem Prozent am Dax-Ende. Die Titel haben 2017 noch ein gewisses Nachholpotenzial: Seit Jahresbeginn legten sie um rund zwei Prozent zu, während der Dax ein Plus von etwa 13 Prozent erreichte. Seit Ende August war die BASF-Aktie aber num fast 14 Prozent geklettert, womit sie die Entwicklung des Dax deutlich übertroffen hat.    

BASF: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
81,16
Differenz relativ
+1,05%

Im dritten Quartal profitierte BASF weiter von höheren Verkaufspreisen in seinem Chemiegeschäft. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) stieg um 16 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro und lag damit etwas besser als die Experten erwartet hatten. Der Gewinn stieg um 50 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum auf 1,3 Milliarden Euro. Damit übertrifft der Konzern die Prognosen klar.

Umsatz besser als gedacht

Der Umsatz erhöhte sich um neun Prozent auf 15,3 Milliarden Euro, wie der weltgrößte Chemiekonzern am Dienstag mitteilte. Hier hatten die Experten im Schnitt mit 14,97 Milliarden Euro gerechnet. "Die Nachfrage hat sich auch im dritten Quartal anhaltend positiv entwickelt", erklärte Konzernchef Kurt Bock. BASF bekräftigte seinen Jahresausblick, den das Unternehmen im Juli nach einem Gewinnsprung im zweiten Quartal nach oben geschraubt hatte.

Für 2017 erwartet das Manegement weiter ein Wachstum beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen (2016: 6,3 Milliarden Euro) von mindestens elf Prozent. Der Umsatz, der im Vorjahr bei 57,6 Milliarden Euro lag, soll um mindestens sechs Prozent wachsen. Der Konzern rechnet nun mit besseren wirtschaftlichen Bedingungen für die Weltwirtschaft.

So wird ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2,8 Prozent erwartet, die Industrieproduktion soll um 3,1 Prozent steigen. Die Chemieproduktion soll um 3,4 Prozent zulegen. Der bestätigte Ausblick enttäuschte nach Aussage eines Händlers etwas. Da einige auf eine weitere Erhöhung der Ziele gehofft hätten, könnte es zu Gewinnmitnahmen kommen.

BASF im Übernahmefieber

Kurt Bock, Basf

Kurt Bock. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Erst jüngst hatte BASF zwei größere Zukäufe angekündigt. So will der Ludwigshafener Chemieriese vom Rivalen Bayer für 5,9 Milliarden Euro Teile von dessen Geschäft mit Saatgut und Unkrautvernichtungsmitteln übernehmen. Bayer muss sich im Zuge der geplanten Übernahme des umstrittenen Saatgut- und Agrarchemiekonzerns Monsanto aus den USA von Geschäftsteilen trennen. Es wäre laut BASF die größte Übernahme des Unternehmens in der jüngsten Zeit.

Der Chemiekonzern will zudem sein Geschäft mit technischen Kunststoffen mit einer Milliardenübernahme verstärken. Dazu vereinbarte BASF den Kauf des globalen Polyamid-Geschäfts des belgischen Konkurrenten Solvay. Ohne Berücksichtigung von Barmitteln und Fremdkapital liegt der Kaufpreis bei 1,6 Milliarden Euro.

Die ersten Analysten-Reaktionen

Hörfunk-Moderatorin Franka Welz
Audio

Börse 13.00 Uhr BASF-Chef verteidigt Glyphosat - nicht ganz uneigennützig

Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für BASF nach Zahlen auf "Underperform" mit einem Kursziel von 69 Euro belassen. In erster Linie habe die starke Geschäftsentwicklung im Bereich Basischemikalien es BASF ermöglicht, die Ergebniserwartungen (EPS) im dritten Quartal derart deutlich zu übertreffen, schrieb Analyst Jeremy Redenius. Die Landwirtschaftssparte hingegen habe unter einer schwachen Preisgestaltung und schwachen Margen gelitten.

Die britische Investmentbank Barclays hat die Einstufung nach Zahlen auf "Equal Weight" mit einem Kursziel von 92 Euro belassen. Der Chemiekonzern habe beim operativen Ergebnis (Ebit) die Erwartungen übertroffen, schrieb Analyst Sebastian Satz. Einmal mehr hätten die Geschäfte mit Basischemikalien positiv überrascht.

ts