Barry Callebaut-Chef Antoine Bernard de Saint-Affrique

Zahlen vorgelegt Barry Callebaut gibt Anlegern Süßes

Stand: 11.04.2018, 08:46 Uhr

In einem von vier in der Welt konsumierten Kakao- und Schokoladenprodukten steckt Barry Callebaut drin - Tendenz steigend. Das schlägt sich auch in der Bilanz nieder.

Der Konzerngewinn stieg nach Angaben des Weltmarktführers in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres um ein Drittel auf 173 Millionen Franken. Dabei profitierte das Unternehmen auch von Einmaleffekten durch Steuerreformen in Belgien und den USA. Der Umsatz kletterte in den Monaten September bis Februar um 0,3 Prozent 3,5 Milliarden Franken.

Alle Produktgruppen und Regionen sowie die wichtigsten Wachstumstreiber hätten zu dem Ergebnis beigetragen, sagte Firmenchef Antoine de Saint-Affrique. Dabei wirkte sich auch das günstige Verhältnis des Kakaobutter- und Kakaopulverpreises zu den Kakaobohnen günstig aus. Dieser vorteilhafte Mix, operative Effizienz sowie verbesserte Marktbedingungen hätten zur Verbesserung der Profitabilität geführt.

Über eine Million Tonnen

Der Konzern steigerte die Verkaufsmenge um acht Prozent auf 1,023 Millionen Tonnen und lag damit deutlich über dem Wachstum des globalen Schokoladenmarktes von plus 2,5 Prozent. Analysten hatten im Schnitt mit 3,569 Milliarden Franken Umsatz und einer Verkaufsmenge von 1,015 Millionen Tonnen gerechnet. Den Gewinn schätzten die Experten auf 171 Millionen Franken.

Der Schokoladehersteller aus Zürich bestätigt seine Finanzziele. "Wir sehen weiterhin eine gesunde Marktdynamik", wurde Saint-Affrique in der Mitteilung zitiert. Er sei zuversichtlich, "dass wir unsere Vier-Jahres-Ziele erreichen werden." Der Konzern peilt ein durchschnittliches Wachstum der Verkaufsmenge von vier bis sechs Prozent pro Jahr an.

Innovation Rosa Schokolade

Anfang des Jahres brachte Barry Callebaut seine rosa Ruby-Schokolade auf den Markt. Zu den Kunden zählt Nestlé, die in Japan und Südkorea einen Ruby-Kitkat-Riegel lancierten. Dieser sogenannte vierte Schokoladentyp soll schrittweise auch in Europa eingeführt werden.

Die rosa Süßigkeit wird auf Basis einer besonderen Kakaobohne hergestellt und erhält ihr Aussehen nicht durch Einfärbung, sondern durch ein neues Produktionsverfahren und die "Ruby"-Kakaobohnen. Eine Besonderheit sei etwa das fruchtige Aroma. Dabei werde diese Schokolade für ganz Europa von Nestlé in Hamburg hergestellt. In Deutschland soll sie Anfang Mai in den Handel kommen.

An der Börse kommen die Zahlen gut an. Die Aktie von Barry Callebaut nähert sich der Marke von 2.000 Franken. In Frankfurt ist sie am Morgen 1.629 Euro wert.

lg