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Bankenfusion: Dies wären die Vor- und Nachteile Von Skaleneffekten und Renditen

Eine Kundin betritt die Filiale der Deutschen Bank in Frankfurt

32 Millionen Kunden
Durch eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank entstünde ein neuer Riese mit 32 Millionen Kunden. Von den 50 Millionen Kunden der Sparkassen, dem Marktführer, wären sie aber immer noch weit entfernt. Und für viele Kunden würde der Weg zu ihrer Filiale oder dem nächsten Geldautomaten länger, denn durch eine Fusion würden viele Filialen und Automaten wegfallen.

Bankenfusion: Dies wären die Vor- und Nachteile Von Skaleneffekten und Renditen

Eine Kundin betritt die Filiale der Deutschen Bank in Frankfurt

32 Millionen Kunden
Durch eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank entstünde ein neuer Riese mit 32 Millionen Kunden. Von den 50 Millionen Kunden der Sparkassen, dem Marktführer, wären sie aber immer noch weit entfernt. Und für viele Kunden würde der Weg zu ihrer Filiale oder dem nächsten Geldautomaten länger, denn durch eine Fusion würden viele Filialen und Automaten wegfallen.

Skaleneffekte

Skaleneffekte
Dank der durch einen Zusammenschluss entstehenden Skaleneffekte würden sich die nötigen Investitionen in die Digitalisierung besser rechnen. Dennoch wäre eine Zusammenlegung der unterschiedlichen IT-Systeme eine komplexe Aufgabe, die lange dauern würde.

Mitarbeiterin geht an Deutsche Bank-Logo vorbei

Personalkosten
Bei den Personalkosten könnten die Banken einen dicken Batzen einsparen. JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein geht davon aus, dass bei einer Fusion von den heutigen Betriebskosten der Commerzbank rund 30 Prozent wegfallen. Dies werde bei den zusammen 80.000 Mitarbeitern der Institute in Deutschland aber rund fünf Jahre dauern.

Ein Windsack hängt bei Windstille an einem Mast

Viele Jahre Lähmung
Eine Fusion von "Gelb" und "Blau" umzusetzen, würde die Organisationen außerdem viele Jahre lähmen, meinen die Analysten. Jahre, in denen die Banker Produkte, Kunden, Märkte und Konkurrenz vernachlässigen. Jahre, in denen viele vor allem damit beschäftigt wären, ihre neue Rolle im fusionierten Unternehmen zu finden. Jahre, in denen Finanz-Start-ups den Instituten weiter Geschäft wegnehmen.

Eurozeichen scheint in einem Auge auf

Gewinne im Blick
Ein Zusammenschluss der deutschen Geldhäuser dürfte die Gewinne kurzfristig kaum verbessern und zu höheren Kapitalanforderungen führen. Experten schätzen, dass auch eine neue Großbank nur auf eine Rendite von fünf Prozent käme. Sie würde also ihre Kapitalkosten nicht verdienen.

Chemielaborant mischt Flüssigkeiten

Vorsicht ist geboten
Zudem sollten die Aktionäre aus Sicht vieler Experten auf hohe Risiken einstellen. So müsse die Deutsche Bank ihr Investmentbanking stabilisieren, und das schwache vierte Quartal 2018 habe dafür kaum Belege geliefert, dass dies gelingt. Die seit 2009 zunächst aufgeschobene und später wieder aufgenommene Integration der Postbank ist noch immer nicht abgeschlossen. Und dann müsse der Dax-Konzern auch noch die laufende Kostensenkung im Mutterhaus zum Abschluss bringen.

Türme der Deutsche Bank und Commerzbank

Nur keine Eile
Für eine Fusion mit der Commerzbank gibt es aus seiner Sicht der meisten Experten keine Eile. "Wir denken, dass es im Interesse der Deutschen Bank ist, dass jede mögliche Fusion so spät wie möglich geschieht," meint JPMorgan-Experte Kian Abouhossein. Dass ein ausländisches Geldhaus die Commerzbank vorher wegschnappt, hält er für unwahrscheinlich: "Grenzüberschreitende Fusionen in Europa sind kurz- und mittelfristig eher unwahrscheinlich." Er rechnet weiterhin mit einer nationalen Lösung.

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