Bang and Olufsen-Lautsprecher und Fernseher
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Börsenwert um fast ein Drittel geschrumpft Bang & Olufsen schockt

Stand: 20.12.2018, 15:45 Uhr

Der Hersteller von Luxusfernsehern und Lautsprechern hat bei seinen Anlegern mit einer Umsatzwarnung für Bestürzung gesorgt. Die B&O-Aktien steuern auf den größten Tagesverlust seit zehn Jahren zu.

Die Papiere des dänischen Konzerns brachen am Donnerstag um bis zu 32,1 Prozent auf 94,90 Kronen (12,71 Euro) ein. Die Marktkapitalisierung sank auf 4,2 Milliarden Kronen (563 Millionen Euro) - damit verlor Bang & Olufsen fast ein Drittel seines Börsenwerts.

Der Grund: Das Unternehmen wird nach eigenen Angaben im laufenden Geschäftsjahr 2018/19 Umsätze in Höhe des Vorjahres erwirtschaften und nicht, wie bisher in Aussicht gestellt, zehn Prozent mehr. Die Erlöse seien im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um neun Prozent abgerutscht. Das teilte B&O am späten Mittwochabend mit. Auf die gesunkenen Wachstumserwartungen reagierten die Anleger geschockt.

"Die Frage ist, ob das ein Einmaleffekt ist oder ob größere Probleme dahinter stehen, wie eine generelle Schwäche der Einzelhandelsbranche", sagte Analyst Morten Imsgard von der dänischen Bank Sydbank. Außerdem kämen Sorgen auf, dass auch die Mittelfristziele nicht zu halten seien.

Logistische Probleme und fehlende Agilität

Der Premiumlautsprecher-Hersteller hatte erst im Juli angekündigt, den Umsatz in den kommenden drei Geschäftsjahren um jährlich mehr als zehn Prozent steigern zu wollen. Doch das scheint nicht so leicht.

Bang and Olufsen-Logo

Bang and Olufsen. | Bildquelle: Imago

B&O steckt derzeit in einem Umbruch. Logistische Probleme im Zusammenhang mit der Schließung schlecht funktionierender Läden, der Eröffnung neuer Filialen sowie Lieferantenänderungen seien für den Rückzug von ihren positiven Erwartungen verantwortlich und würden sich auch auf das dritte Quartal auswirken, so der Konzern.

Laut Bloomberg hat B&O, traditionell aus dem Stereoanlagengeschäft kommend, außerdem Schwierigkeiten damit, auf die geänderten Bedürfnisse seiner Kunden einzugehen. Das Unternehmen habe zwar neue Produkte wie Bluetooth-Lautsprecher auf den Markt gebracht, sich aber besonders im Vertrieb gegenüber der Konkurrenz wenig agil gezeigt.

tb