Baidu-Schriftzug vor der Unternehmenszentrale in Beijing
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Erwartungen getoppt Baidu streamt sich in die Gewinnzone

Stand: 20.08.2019, 10:02 Uhr

Vor allem der schnell wachsende Video-Streaming-Dienst hat dem chinesischen Suchmaschinenbetreiber im abgelaufenen Quartal einen heftigen Gewinnanstieg beschert. Die Aktie klettert wieder.

Auch im morgendlichen Frankfurter Handel verbucht der Titel am Dienstag deutliche Kursgewinne. Die gestern bekannt gegebenen Quartalsergebnisse machen Anlegern offenbar neue Hoffnung. Der Titel hatte in den vergangenen Wochen deutlich an Boden verloren.

Im zweiten Quartal hat Baidu mit seinen Zahlen die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Google-Konkurrent steigerte seinen Umsatz um ein Prozent auf 26,33 Milliarden Yuan (umgerechnet 3,73 Milliarden Dollar). Analysten hatten im Durchschnitt mit nur 25,77 Milliarden Yuan kalkuliert. Als Grund für die höheren Erlöse nannte Baidu den Anstieg der Nutzerzahlen bei seinem Video-Streaming-Dienst.

Aus Minus mach Plus

Ohne Sonderposten verdiente das Unternehmen 10,11 Yuan pro sogenanntem Hinterlegungsschein (ADS). Analysten hatten mit 6,12 Yuan pro Schein gerechnet. Der Nettogewinn lag bei 2,41 Milliarden Yuan, das ist zwar ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr, im Vorquartal hatte Baidu allerdings noch Verluste geschrieben. Das Unternehmen hatte bei der Internetsuche für mehrere Jahre ein Quasi-Monopol in China inne, nachdem Google sein China-Geschäft im Jahr 2010 aufgegeben hatte.

Baidu investiert derzeit stark in Bereiche wie künstliche Intelligenz und autonom fahrende Autos - Investitionen, die sich aber wohl auf mittlere Sicht noch nicht positiv in der Bilanz niederschlagen werden.

Ausblick eher vorsichtig

Entsprechend vorsichtig ist das Unternehmen bei seinem Ausblick. "Druck aus verschiedenen Richtungen" vor allem die konjunkturelle Entwicklung in China, werden dabei genannt. Die Erlöse sollen zwischen 26,9 und 28,5 Milliarden Yuan liegen, das liegt im Rahmen der bisherigen Erwartungen.

Der Kursrutsch der Baidu-Aktie in den vergangenen Monaten hat mehrere Ursachen. Experten sehen den Schwenk vieler chinesischer Nutzer von der Desktop- und mobilen Internetsuche, wo Baidu sich harter einheimischer Konkurrenz erwehren muss. Der Internet-Gigant Tencent ist dabei der größte Konkurrent. Zudem bildeten zuletzt Sorgen über eine schwächere Konjunktur in China mit der Folge sinkender Werbeerlösen einen Grund für Verkäufe bei der Aktie, der US-chinesische Handelsstreit wirkt sich hier indirekt auf die Ergebniserwartungen aus.

AB