Zentrale der Axel Springer SE

Nach dem Einstieg von KKR Die "Bild-Zeitung" verlässt die Börse

Stand: 24.01.2020, 08:40 Uhr

Jetzt ist es offiziell: Nach ihrem Einstieg bei Axel Springer will die US-Beteiligungsgesellschaft KKR den Medienkonzern von der Börse nehmen - und macht den verbliebenen Aktionären ein Angebot.

Der Großaktionär KKR will den Aktionären ein Kaufangebot über 63 Euro je Aktie unterbreiten. Ein Rückzug von der Börse setze ein vorheriges öffentliches Delisting-Erwerbsangebot voraus, so dass die Aktionäre ihre Aktien vor der Einstellung der Börsennotierung noch veräußern könnten, teilte das Berliner Medienhaus am Abend mit.

Der Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) hatte im vergangenen Jahr eine strategische Partnerschaft mit Axel Springer vereinbart und 44,9 Prozent der Anteile an dem Konzern erworben. Die Kartellbehörden hatten Ende vergangenen Jahres grünes Licht für die Übernahme gegeben.

Springer will im Digitalbereich weiter wachsen

Axel Springer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Witwe des Verlagsgründers, Friede Springer, und Vorstandschef Mathias Döpfner halten zusammengerechnet weitere 45,4 Prozent des Grundkapitals von Axel Springer. Der Mitteilung zufolge wollen sie im Rahmen des Delisting-Angebots keine von ihnen direkt oder indirekt gehaltenen Aktien verkaufen.

Springer will durch die strategische Kooperation mit KKR noch stärker im Digitalen wachsen. Neben den journalistischen Inhalten verfolgt der Konzern schon länger verstärkt digitale Rubrikengeschäfte. Zum Springer-Konzern gehören unter anderem die Zeitungen "Bild" und "Welt.

Bald Bewegtbilder von Bild

Die vier wichtigsten Pfeiler für künftige Investitionen sind die digitalen Rubrikengeschäfte für Immobilien (Immowelt) und für Stellenangebote (Stepstone) sowie die Nachrichtenseite "Business Insider" und das Digitalgeschäft der "Bild"-Zeitung.

Das Boulevardblatt will in diesem Jahr ein eigenes Bewegtbildangebot starten. Dabei soll es sich nach Aussagen von Springer vor allem um die Inhalte Entertainment, Sportberichterstattung sowie politische Beiträge handeln.

Parallel zu den Investitionen läuft bei Springer ein umfassendes Restrukturierungsprogramm. So sollen die Redaktionen von "Bild" und "Welt" teilweise zusammengelegt werden. Zunächst soll dies bei der Sportberichterstattung erfolgen. Das Medienunternehmen will außerdem die werktäglichen Ausgaben von "Welt Kompakt" und das Magazin "Bild Politik" einstellen.

lg