Schriftzug des Axel Springer Verlages vor der Berliner Unternehmenszentrale

Aktie auf Zweijahrestief Axel Springer läuft nur im Digitalgeschäft

Stand: 07.03.2019, 09:23 Uhr

Das Medienhaus Axel Springer hat alles richtig gemacht. Dank der frühen Ausrichtung auf das Internet kommen jetzt über 80 Prozent des Ergebnisses aus dem Digitalgeschäft. Dennoch sind die Anleger unzufrieden.

Die im MDax notierte Aktie büßt am Vormittag bis zu sieben Prozent ein. Damit ist das Papier auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen. Bereits im vergangenen Jahr hat die Springer-Aktie 45 Prozent ihres Wertes verloren.

Grund für den neuerlichen Kursrückgang heute ist der verhaltene Ausblick auf das laufende Jahr. Der Medienkonzern rechnet für 2019 mit einem Umsatzwachstum im niedrigen, einstelligen Prozentbereich. Die Prognose für das bereinigte organische Ebitda liegt im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.

Job- und Immobilienportale legen zu

Im vergangenen Jahr liefen die Geschäfte für das Berliner Medienhaus weiterhin gut. Die Erlöse legten um rund vier Prozent auf 3,18 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen mitteilte. Dies entsprach den Erwartungen der Analysten. 

Axel Springer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
63,50
Differenz relativ
-0,31%

Dabei trug allerdings nur die Sparte Classified Media mit ihren Job- und Immobilienportalen mit einem Wachstum von rund 20 Prozent zum Umsatzanstieg des Konzerns bei. Das reine Nachrichtengeschäft, mit den Zeitungen "Bild" und "Welt", war leicht rückläufig. Der Anteil der digitalen Geschäfte am Konzernumsatz kletterte auf 70,6 Prozent. Zudem erwirtschafteten sie 84,3 Prozent des bereinigten Ebitda. Ein Jahr zuvor lag dieser Anteil bei 80 Prozent.

In Wachstum investieren

Insgesamt kletterte das Ebitda wie erwartet um 14 Prozent auf 737,9 Millionen Euro. Der um Zu- und Verkäufe bereinigte Gewinn stieg um 2,5 Prozent auf 335,7 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen eine um zehn Cent auf 2,10 Euro je Aktie steigende Dividende erhalten.

Vorstandschef Mathias Döpfner wurde mit den Worten zitiert, “2018 haben wir alle Ziele erreicht und sie teilweise sogar übertroffen. Im Jahr 2019 wollen wir in Wachstum investieren, um eine langfristige Wertsteigerung zu sichern”.

Dabei will sich der Konzern voll auf seine beiden Standbeine, die Segmente Classified Media einerseits und News Media andererseits konzentrieren. Dies betrifft die Internetportale und die Geschäftsmodelle, die durch zahlende Leser oder Werbung finanziert werden.

Neue Hoffnungsträger stärken

Dazu gehören neben der Bild- und Welt-Gruppe auch als Hoffnungsträger das Wirtschafts- und Finanznachrichtenportal "Business Insider" und die Nachrichtenplattform "Upday". Während Upday 2019 erstmals schwarze Zahlen schreiben soll, werde man kurzfristige Gewinne bei der Insider-Gruppe in künftiges Wachstum reinvestieren.

Im Fokus der Investitionen stehe auch das erfolgreiche Jobportal "Stepstone", kündigte das Management an. Ferner soll die Produktpalette bei den Immobilienportalen ausgeweitet werden.

lg